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Gerhard Winklers
Rat für Jobsuchende
Wer nie sein Brot mit Tränen aß, dem sind auch Deutschlands Neue Unternehmen nicht fremd. Ich hatte Gelegenheit, ein paar dieser hoffnungsvollen Start Up Companies persönlich kennenzulernen. Wie sieht's da aus? Gut, schaut's aus! Anfangs lebt man aus dem IKEA-Karton und pflegt das hippe Kümmer-Ambiente. Mit der Knete kommt bald der Wille zum forcierten Innenausbau. Krawattenlose Firmengründer mit Biss verfallen dem polierten Schnickschnack; nicht anders als ein zu Geld gekommener Zahnarzt. Die Office-Oberflächen in der Technokultur sind dann gern gelackt oder geschliffen. Wie geschaffen, um edel aufzuscheinen und die vorbeihuschende Human Workforce widerzuspiegeln: strahlende Gesichter, leuchtende und gelegentlich rote Augen. Salziges Brot gibt's keines in der Speicherstadt und in den Lofts an der Alster. Dafür aber schnelle Pizza, Thai oder Chinesisch. Angeliefert von so freundlichen wie leicht desorientierten Fremden. Diesen und anderen Besuchern der Rat: Überkommene Vorstellungen von deutscher Leit- oder Unternehmenskultur bitte am Empfang ablegen! Das New Media Business. Aufregend, unsicher, international ausgerichtet. Was braucht man, um dort zu bestehen? Know How, am besten erprobt durch Projektarbeit schon während der Ausbildung. Ständige Lernbereitschaft. Denn immer tauchen auf: neue Technologien, Produkte, Ideen, Trends. Königstreue: Der Kunde ist König. Gewitztheit. Sozialkompetenz. Denn Überleben ist Gruppenerlebnis. Pragmatismus: Nicht sagen 'Machen wir mal'. Sondern machen. Verständnis für das Internet als Markt. Wer das Geschehen verfolgt und nachvollzieht, wer die Regeln kennt (oder neue ableiten kann), wer marktgerecht agiert, der hat Erfolg in den E-Companies. Zum Erkenntnisgewinn und als Bewerbertest in Einstellungsverfahren möchte eine Agentur die nebenstehenden Aufgaben beantwortet haben. Ob Sie da mitspielen wollen, ist Ihre Sache.
Altona, 10/2000
1. Aufgabe
Ein US-Unternehmen hat ein neues Produkt erfunden und in den Staaten eingeführt. Jetzt soll Europa erobert werden. Propagiert werden neuartige farbige Kunststoffblenden zum Aufklicken oder Anschrauben an Fensterrahmen. Ohne Aufwand können Hausbesitzer oder Wohnungsmieter das Erscheinungsbild ihrer Fensterfront dramatisch verändern. Die Aufsteckrahmen sind leider unglaublich kitschig und schmerzen unseren Augen.
Entwerfen Sie ein Grobkonzept zur Markteinführung in Deutschland. Legen Sie den Schwerpunkt auf interaktive Medien. Welche Struktur sollte die Web Site haben?
Formulieren Sie einen Markennamen und einen Claim für die Kunstoffrahmen.
Aufgabe 2 - meine Lösung
3. Aufgabe
Warum ist es angesagt, derzeit nicht online zu gehen? Nennen Sie drei Gründe, die sie als hippen Zeitgenossen ausweisen.
Aufgabe 3 - meine Lösung
4. Aufgabe
Reißen Sie aus einem aktuellen Magazin ein Foto (geben Sie die Quelle an) und schreiben Sie einen Text zu dem Motiv.
Aufgabe 4 - meine Lösung
Drucken Sie diesen Bogen aus oder klicken Sie auf Abschicken und senden Sie das Ergebnis Ihrer Analyse an den Bewerbungshelfer. Ich schicke Ihr Blatt als formatierte (und meist kommentierte) Mail zurück. Garantie: Ich gebe Ihre Daten nicht an Dritte weiter. Gerhard Winkler