Eine Verlagsmitarbeiterin möchte sich morgens lieber vom Fahrrad in den Fluss fallen lassen, als weiter ins Büro zu strampeln. Ein Mitarbeiter könnte immerzu Schlammassel schreien, zieht sich stattdessen aber in die Küche zurück und konspiriert mit der Office-Managerin bei Kaffee und Restkeksen.
Mitarbeiter leiden mitunter am Miteinander, suchen sich Mitstreiter, verweigern das Mitmachen, enden als Mitschuldige und hoffen vergeblich auf Mitleid. So mancher Grund zur Klage verflüchtigt sich ja von allein bei der nächsten Umstrukturierung – zumindest denkt man das vorher. Viele sitzen Unliebsamkeiten einfach aus. Die inneren Emigranten unter den Kollegen erkennt man daran, dass sie verstohlen von Zeiten erzählen, in denen alles anders war. Manchmal ist Unzufriedenheit ein ernstes Symptom und Wechsel das einzige Heilmittel.
Berufliche Unzufriedenheit nährt sich aus zwei Quellen: Der Erfahrung, dass es hier nicht schön und der Annahme, dass es anderswo besser ist. Die Zigarrenroller in kubanischen Fabriken leisten sich noch Vorleser, die ihnen während der Arbeit aus der Zeitung vortragen, was in der Welt passiert. Sie, lieber Leser, leben den Fortschritt. Sie informieren sich komfortabel per Mausklick. Und sind dennoch unzufrieden.
Lassen Sie's rollen! Den Grad Ihrer Unzufriedenheit und die Gründe dafür können Sie hier bestimmen. Auf Sie warten 25 Fragen für Leute, die fertig mit der Welt sind!
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Text zuletzt überarbeitet: Berlin, 12.03.2009.