Periodische Mitarbeitergespräche organisiert mancher Vorgesetzter von sich aus; es ist Teil seines regelgeleiteten und mit dem Personalwesen abgestimmten Managementverhaltens. Dies ist nicht in jeder Organisation der Fall. Falls Ihre Arbeitsleistung, die von Ihnen erbrachten Ergebnisse und die Rahmenbedingungen Ihres Jobs nicht gewürdigt werden, falls Sie kein Formular zur Vorbereitung eines Gesprächs erhalten und falls der Vorgesetzte überhaupt bockt und die Termine verschleppt, dann insistieren Sie auf ein Gespräch. Nutzen Sie zur Vorbereitung dieses Arbeitsblatt. Beachten Sie dabei:
Ihre Arbeit und wie sie organisiert wird: Was könnte Ihr Arbeitgeber in Sachen Arbeitsplatz und Arbeitsmittel konkret für Sie tun? Was würde sich an den Ergebnissen substantiell verbessern?
Teamarbeit und Kommunikation untereinander: Notieren Sie nicht, warum etwas nicht optimal abläuft, sondern wie es genau abläuft. Attackieren Sie keine Kollegen, analysieren Sie Prozesse. Wer persönlich wird, verlässt die professionelle Ebene.
Die vorgesetzte Person und wie sie führt: Starten Sie im Gespräch damit, dass Sie aufzählen, was Sie daran gut finden. Finden Sie was! Führen Sie sich aber nicht als Chef-Versteher auf. Thematisieren Sie niemals mit ihm die Motivation seines Handelns.
Die zuletzt vereinbarten Ziele, Ihre Arbeitsleistung und die Ergebnisse: Stehen Sie zu Ihrer Verantwortung. Teilen Sie Ihre Erfolge. Machen Sie sich nicht größer oder kleiner, als Sie sind. Kurzum, beweisen Sie Karrieretugenden wie Aufrichtigkeit, Einschätzungsvermögen und Realitätssinn.
Was Sie sich für das kommende Jahr vornehmen: Notieren Sie, warum dies auch dem Unternehmen nutzt, weshalb die Vorgesetzten und das Team davon profitieren.
Im Gespräch selbst ist Offenheit angesagt. Mitarbeiter, auf die man als Vorgesetzter stolz ist, zeigen Charakter und sagen die Wahrheit. Bringen Sie darum auf den Punkt, was Sie daran hindert, Ihren Job bestmöglich zu erledigen. Ein Gespräch ist aber keine Klagestunde. Vor allem mit Tiraden und Anklagen distanzieren Sie sich selbst vom Unternehmen und bewirken zudem, dass man sich von Ihnen distanziert. Ein geheimer Sinn des Gesprächs ist aber, Sie stärker zu binden, noch fester in der Organisation zu verankern.
Handeln Sie auch in diesem Punkt kooperativ. Kritisieren Sie nur, was veränderbar ist und fordern Sie nur, was machbar ist. Benennen Sie Kollegen, Vorgesetzte, die Sie beeindrucken und Ihnen als Vorbild dienen. Drücken Sie Ihre Dankbarkeit und Ihren Respekt aus. Machen Sie klar, wie die Firmenkultur Sie positiv beeinflusst und trägt. Im Mitarbeitergespräch gilt besonders die Regel, dass Sie geben, um etwas zu bekommen.
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Zuletzt überarbeitet: Berlin, 29.3.2009