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LICHTBILD

Auf keinen Fall ein 'Paßfoto' mitschicken. Damit hat das Lichtbild allenfalls das Format gemeinsam. Ihr Porträt sollte nicht älter als ein Jahr sein. Bevor Sie eine neue Aufnahme anfertigen lassen, betreiben Sie zunächst ausführliche Imagestudien: Betrachten Sie einmal die Köpfe im SPIEGEL, im 'manager-magazin', in den Frauenzeitschriften oder in Branchenblättern . Blicken denn all' diese Personen so verfassungstreu und fahndungsleicht in die Welt wie auf einem Paßbild? Na eben. Vertiefen Sie sich in ein Modejournal. Analysieren Sie die 'Erfolgstypen' Ihrer Generation. Achten Sie auf Frisur, Kleidung, Kopfhaltung, Gesichtsausdruck und Ausstrahlung. Sie treffen einen bunten Querschnitt von Mitmenschen Ihres Berufs z.B. morgens auf dem Weg zur Arbeit oder während der Mittagspause. 

Nur (und ausschließlich) ein ausgebildeter Fotograf in einem professionellen Fotostudio versteht soviel von Ausleuchtung, Bildkomposition und Fototechnik, um ein Porträt von Ihnen anzufertigen. Begeben Sie sich korrekt gekleidet und gut gelaunt in ein Fotostudio Ihres Vertrauens. Fällt es Ihnen noch schwer, den Termin entspannt und in natürlicher Haltung zu überstehen, müssen Sie üben - vielleicht vor dem Spiegel oder mit dem Selbstauslöser Ihrer Kamera. Wählen Sie am Ende das Lichtbild aus den verschiedenen Abzügen, das Ihnen 'am nächsten kommt', versehen Sie es auf der Rückseite mit Name und Anschrift und kleben Sie es an den rechten oberen Rand des Lebenslaufes - am besten mit Fotoecken, am einfachsten mit Trockenkleber. Niemals einheften oder mit Büroklammern anstecken.

Sparen Sie nicht das Geld für eine Aufnahme beim Fachmann. Er rät Ihnen, je nach Ihrem Typ, zu einer Schwarzweiß- oder Farbaufnahme. Improvisieren Sie nicht. Fahren Sie dazu, wenn nötig, in die nächste Großstadt. Für das Bild, das man sich von Ihnen macht, sorgen Sie allein.
Rühren Sie Ihr Foto nicht an
Ihr Power-Preisbundle aus Computer + Drucker sowie auch der knallhart kalkulierte Scanner (mit ~OCR! Das gads frHer nicht!) verlangen nach einer sinnvollen Anwendung. Also her mit dem Bewerberfoto! Nach nur 15.3 Minuten schnurrt auch ein fotorealistischer Print in bester Auflösung aus dem Tintenstrahler. 

Ach, Sie bemerken einen Qualitätsunterschied zu der Fotovorlage? Verzweifeln Sie nicht. Auch Sie können Ergebnisse wie in der Werbung erzielen - jeder mit fotografischem Fachwissen, profunden Kenntnissen von Farbmodellen, Farbeigenschaften, Color-Management und all den anderen kinderleichten Themen der digitalen Druckvorstufe kann das. Bis Sie die edle Kunst der Bildbearbeitung so richtig drauf haben, müssen Sie jedoch ganz schön Lehrgeld zahlen. Ihren Vorteils-Scanner, Computer und Drucker haben Sie dann bereits längst durch professionelles Werkzeug ersetzt. - Sie wollten eigentlich nur Ihre Bewerbung aufmotzen? Mit einem Pixie-Foto? Schämen Sie sich!

Sie sind von Ihrem Hochglanzausdruck immer noch begeistert? Na, dann in den Briefkasten damit! Arbeitgeber aller Branchen schätzen Bewerber mit ausgeprägtem Spieltrieb und Begeisterungsfähigkeit für das technisch Machbare.
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