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| Bewerbung - Praxisbeispiele | |||||||
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![]() Ein typischer Auslöser sind konkrete Bewerber-Aufgaben. Jahr für Jahr sorgte das Beispiel der Eltern und Lehrer für die sichere Gewissheit, dass Lesen und Schreiben sowieso zu nichts führt. Und jetzt dieses. Die Welt besteht nur noch aus besorgten Tippgebern. Coolmäßige Broschüren von der A-Agentur, vom Bewerbungshelfer und vom Zahnarzthelferinnenverband geben einem Handreichungen. Als ob Berufsfindung etwas ist, was einem so leicht von der Hand geht. Berufsfindung ist zum Händeringen. Der erste Bewerbungsschock treibt anständigen jungen Menschen das Weiße in die Augen. Aufgrund ihrer Langzeitbeobachtungen der Erwachsenenwelt nehmen Jugendliche aber an, dass auch beim Bewerben rundum automatisierte Verhaltensmuster ablaufen. Darum fix irgendeinen Erwachsenenschrieb kopiert, mit dem eigenen guten Namen signiert und fertig? Gerhard Winkler sagt: Nein. Dann erträgt man lieber das Weiße Rauschen der Uninspiriertheit. Das Klonen von Anschreiben führt zum Krieg der Anschreiben-Klone. Und den können die Kopierer niemals gewinnen. Das Geheimnis heißt ja nicht wie alle anderen, sondern so wie gewünscht. Bewerben ist selbstgesteuertes Job-Placement. Zuerst klärt man die Frage, in welche Richtung der eigene berufliche Weg gehen soll. Dann vergleicht man Organisationen, die Plätze in der Wunschausbildung anbieten. Man kümmert sich gezielt um die erstklassigen Organisationen, wo man am meisten lernt und schon in der Ausbildung am weitesten kommt. Man informiert sich, was die von Bewerbern konkret erwarten.(Anrufen und den Ausbildungsleiter fragen.) Zum Aufbau der eigenen Bewerbung zieht man sich dann erst einmal zurück. Gehen Sie allein, für sich und ungestört durch, was dafür spricht, dass Sie die Ausbildung erfolgreich meistern. Oder machen Sie das zu zweit, im Dialog und sehr konzentriert. Betrachten Sie sich mit dem kühlem Blick eines Ausbilders: Haben Sie bereits Fachwissen, zumindest verwertbares schulisches Wissen? Haben Sie schon Ahnung von der Wirklichkeit der Betriebe und der Arbeitswelt? Haben Sie bewiesen, dass Sie sich was aneignen können und das Gelernte auch umsetzen? Sind Sie verlässlich? Sind Sie umgänglich und freundlich? Stellten Sie sich geschickt und lernfreudig an? Was haben Sie schon für die Gemeinschaft getan? Kommen Sie mit anderen gut aus? Respektieren Sie die Codes und Regeln der Erwachsenen? Akzeptieren Sie Ihren Rang? Möchten Sie mehr aus sich machen? Das alles tragen Sie zusammen. Punkt für Punkt. Schriftlich. Die Samurai-Schüler haben ihre Pro-Argumente auf Reis-Papier aufgelistet. Heute noppt man sich seine Notizen ins Handy. Egal. Aus der Faktenlage, das heißt, aus dem, was nachprüfbar und nachweislich für einen spricht, stellt man seine Präsentation zusammen. Wie bei den Berufstätigen ist auch das Anschreiben von Schulabgängern und Ausbildungsplatzsuchern nichts anderes als eine klug arrangierte Selbst-Darstellung. Vermeiden Sie White Noise im Anschreiben. Drehen Sie am Regler, stimmen Sie Ihre Argumente ab. Anschreiben ist Fine Tuning. Formulieren Sie immer solange, bis es richtig gut klingt. Schreiben Sie zum Beispiel so: Ausbildung zum Fachinformatiker - Systemintegration Sehr geehrte Frau Rufeldt, erste Kenntnisse über Mikroprozessoren, über analoge und digitale Technik sowie über Mess- und Übertragungstechnik habe ich mir in einem einjährigen Lehrgang AHR-Elektrotechnik an der Bertha-von-Erdung-Schule angeeignet. Dort habe ich außerdem ausbaufähiges Grundwissen in den Programmiersprachen HTML, Pascal und C++ sowie in den Betriebssystemen Windows und Linux erworben. Dank meines gestalterischen Geschicks habe ich zu schulischen Projekten nicht nur als PHP-Programmiererin, sondern auch als Web-Designerin beigetragen. Sie finden das Ergebnis unserer Teamanstrengungen auf der Schulseite www. schulzentrum-nellenstadt.de. Mit den IT-Anforderungen in mittelständischen Unternehmen habe ich mich während eines zweiwöchigen Fachpraktikums bei der GIZMO Systemberatung befasst. Dabei habe ich vor Ort, direkt bei den Kunden, mitgeholfen, Netzwerke einzurichten und zu warten. Über der Technik hinaus gilt mein Interesse dem Kaufmännischen und der Kommunikation. Mit Gablers Praxishandbuch für Kaufleute beschäftige ich mich in meiner Freizeit ebenso wie mit Tutorials zur Mediengestaltung. In der Schule gelte ich als überdurchschnittlich motiviert und leistungsbereit. Zwei aktuelle Beurteilungsschreiben von Fachlehrern bescheinigen mir Interesse und gute Leistungen. Mein Abitur werde ich im Juni nächsten Jahres mit gutem Erfolg abschließen. In der Fachpresse werden Sie als ein führendes Systemhaus bezeichnet. Besonders beeindruckt haben mich Ihr in der Branche einzigartiges Konzept der integrierten Fallanalyse, aber auch Ihr unternehmerisches und soziales Engagement für unsere Stadt. Meine berufliche Ausbildung würde ich deshalb am liebsten bei Ihnen absolvieren. Bilden Sie im Ausbildungsjahr 2xxx zur Fachinformatikerin aus? Dann würde ich mich gern persönlich bei Ihnen vorstellen. Ich freue mich über Ihr Feedback. Mit freundlichen Grüßen Ostrach, 31.05.2004 - Gerhard Winkler Kommentar an den Bewerbungshelfer: gwinkler@jova-nova.com Seitenanfang |
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