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Bewerberpraxis
Quiz fuer PC-Bewerber
Zehn Behauptungen über Selbstvermarktung am PC
Sie sind ein surfender Jobsucher. Herzlich willkommen bei der informationsverarbeitenden Truppe. Als virtueller Chancenjäger zählen Sie immer noch zu den besonders Wendigen unter den beruflichen Selbstvermarktern. Kennen Sie aber auch die Bewerbersünden am PC? Und wieviel PC braucht der Bewerber überhaupt? Auf Sie warten zehn Statements. Wie stehen Sie dazu?

1.
Bewerben mit Computer ist nur etwas für Leute, die sowieso am PC arbeiten.

a
Ganz recht. Stellenanbieter reagieren sogar misstrauisch, wenn man zu gute PC-Kenntnisse hat.

b
Ganz falsch. Der PC ist das Werkzeug für jedermann zum Recherchieren, Informieren, Schreiben, Kontakten, Verwalten …

c
Ganz egal. Viele drucken sich heute ihre Unterlagen per Tintenstrahler aus, aber noch geht nichts über die gute handschriftliche Bewerbung.

2.
Es gilt die Faustregel: Je schneller der Prozessor, desto schneller kommt man zum Job.

a
Ganz recht. Nur mit dem neuesten Modell liegt der Bewerber im Trend. Man merkt sich sogar die technischen Daten für den Fall, dass man im Jobinterview auf den Heim-PC angesprochen wird.

b
Absolut falsch. Jeder PC, der Hoschizei kann, ist bewerbertauglich. Ganz egal, wie alt das Gerät ist ist. (Hoschizei: Holt Seiten aus dem Web. Schickt Mail in die Welt. Zeigt eine geschriebene Seite in der Druckansicht.)

c
Irgendwie wahr. Denn nur ein wassergekühlter Rechen-Bolide im Alu-Simmer-Case bringt das Selbstwertgefühl auf hundert.

3.
Eigenes Internet - nein danke.

a
Stimmt genau. Das Web ist sowieso nur Sex, Chat und E-Bay. Um die paar Jobangebote zu recherchieren, nutzt man einen öffentlichen Web-Zugang.

b
Stimmt gar nicht. Als beruflicher Selbstvermarkter profitiert man von einem eigenen, leicht verfügbaren Zugang ins Internet.

c
Wie soll man das wissen? Das Internet ist undurchsichtig. Ob man das wirklich braucht?

4.
Der PC taugt nur zum Tippen von Lebensläufen und Anschreiben.

a
Erstens stimmt das und zweitens leistet mir meine Olympia-Schreibmaschine seit 1976 sehr gute Dienste.

b
Erstens stimmt das nicht und zweitens dient der Computer heute als Design-Werkzeug, als Ablage, als Adressbuch, als Kontaktmanager, als Briefzentrum, als Fotostudio, als Terminal zum Wissen der Welt …

c
Einerseits schon, andererseits laufen auf dem PC auch Games.

5.
Für Anschreiben und Lebenslauf braucht man ein gutes Programm zur Textverarbeitung.

a
Ach was. Formatiert wird mit Leerzeichen. Rechtschreibprüfung macht die Oma.

b
Unbedingt. Anlegen von zweispaltigen Tabellen, genaues Positionieren, Schriftwahl, Syntax- und Rechtschreibprüfung, Druckansicht am Bildschirm, universal einsetzbares Dateiformat – so viel an Features braucht man schon.

c
Mag sein. Aber mein Bruder baut seinen Lebenslauf mit MS Excel und kann ihn sogar als Tortengrafik ausgeben.

6.
PC-Bewerbung ist nur etwas für Audi-Fahrer, die sich auch teure Programme leisten können.

a
Genau. Früher gab’s ja die volkseigenen Textverarbeitungsbetriebe, aber die hat der Westen alle platt gemacht.

b
Stimmt nicht. Auch mit einem sehr kleinen Budget kann ein Jobsuchender seinen PC voll ausstatten.

c
Aber hallo. Es gibt auch Shareware-Programme, aber Bewerbungen sehen damit ziemlich billig aus.

7.
Firmen, Konzerne und Multis fürchten Mail-Bewerbungen wegen der Virengefahr.

a
Geschieht ihnen recht. Und als Globalisierungsgegner bewirbt man sich sowieso bloß dort, wo man seine revolutionäre Mappe persönlich abgeben kann.

b
Nein. Bewerbungen per Mail sind eingeführt, anerkannt und gebräuchlich. Dateianhänge im PDF-Format sind außerdem garantiert virenfrei.

c
Wissen Sie was: Immer mehr Menschen regen sich auf, dass aus meinem Konto angeblich Viren-Mail verschickt wird. Dabei bin ich bei T-Online!

8.
Bei der Textverarbeitung sollte man möglichst im Programm nichts verstellen.


a
Das stimmt; sonst erlischt die Garantie.

b
Nicht wahr. Da gibt es sogar sehr viel anzupassen: Schrift, Schriftgröße, Randeinstellung, Worttrennung, Rechtschreibprüfung …

c
Man kann an den Einstellungen spielen, aber es besteht die Gefahr, dass man nichts mehr so zurücksetzen kann, wie es am Anfang war.

9.
Worttrennung am Zeilenende sieht kleinlich aus. Besser nicht trennen und dafür Blocksatz.

a
Stimmt. Trennung am Rand ist des Schreibers Schand.

b
Das stimmt nicht nur nicht, das ist sogar voll daneben. Lernt man denn in der Schule überhaupt nicht mehr, wie man korrekt korrespondiert?

c
Alles künstliche Aufregung. Ob man bis zum Rand schreibt oder ob man zulässt, dass der PC lange Wörter in die nächste Zeile schiebt, das ist doch bloß eine Frage des persönlichen Geschmacks.

10.
Die Bewerbungsmoden wechseln alle paar Jahre. Deshalb braucht man seine Unterlagen auch nicht archivieren.

a
Nicht nur das. Gute Leute finden Dauerjobs. Da benötigt man seine Bewerber-Dokumente dann sowieso nicht mehr.

b
Das ist falsch. Seine Unterlagen, seine Korrespondenz und die Kontaktadressen speichert man auf einem dauerhaften Medium.

c
Einerseits schon. Andererseits gehen Sicherheitskopien ganz schön ins Geld und die Arbeitsagentur weigert sich, dafür die Kosten zu übernehmen.

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Mein gebrauchter PC - nur von Uli-Ludwig.de

Ostrach, 1.10.2004 - Gerhard Winkler
Kommentar an den Bewerbungshelfer: gwinkler@jova-nova.com


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