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| Bewerbung - Praxisbeispiele | ||||||||
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Anschreiben Feinmechaniker Bewerbungen zusammenzutackern ist ein mühsamer Job. Zuerst stöbert man lange herum, ob die Bewerbungsindustrie bereits coole Abkupfer-Anschreiben veröffentlicht hat. Dann stellt man fest, dass die biederen Produkte der Vorlagen-Hersteller bestenfalls den Charme von Sitzbezügen in einem Seniorentreff verströmen. Außerdem will kein Muster so richtig passen. Aus den leicht angestaubten Schnittmustern rädeln sich Jobsucher dann ihre mehr oder minder passenden Teile aus. Und irgendwie, nach all den Mühen, hängt das Anschreiben am Ende doch sichtlich zusammengestückelt am Bewerber. Hier ist ein Flickwerk aus der rauhen norddeutschen Bewerberwirklichkeit, so wie es zur Prüfung eingeschickt wurde: Feinstrüpp GmbH & Co. KG Herrn Claas Vlies-Leine Damast-Paspel-Straße 12 14433 Senneberg-Otterswil Bewerbung als Industrienähmaschinenmechaniker Sehr geehrter Herr Vlies-Leine, ich beziehe mich auf das mit Ihnen geführte Telefongespräch vom 04.08.20.. und sende Ihnen hiermit die Bewerbungsunterlagen zu. Mit großem Interesse hab ich Ihre Anzeige im Internet gelesen und möchte mich Ihnen als Industrienähmaschinenmechaniker vorstellen zum nächstmöglichen Einstellungsdatum. Nach meiner Ausbildung zur Feinmechaniker Fachrichtung Nähmaschinenmechaniker, Habe ich noch zwei Monate als Urlaubsvertretung da gearbeitet, danach wurde ich zur Bundeswehr einberufen. Nach der Bundeswehr wurde ich als stellvertretender Produktionsleiter bei den Trikotagewerken Mistar in Schwalm eingestellt. Zur Zeit arbeite ich, bis zum 31.08.2002, bei der Fa. Miewa GmbH in Senneberg, da die Firma Insolvenz angemeldet hat bin ich auf der Suche nach einer neuen Herausforderung mit evt. Wohnortwechsel. In meiner Ausbildung und in den Arbeitsverhältnissen erlangte ich sehr gute Kenntnisse im Prüfen, Einstellung, Bestimmung von Fehlern und Instandsetzung von Industrie- Nähmaschinen, Webstühlen, Strickmaschinen, Bügelmaschinen, pneumatischen Geräten und elektropneumatische Geräte. Persönlich runde ich das Profil mit folgenden Eigenschaften ab: Mit freundlichen Grüßen Was ist gut an diesem Brief? Positiv ist sicher, dass sich Personaler den Bewerber klar vorstellen können. Er ist technisch versiert, versteht sein Handwerk, wird zweifellos in seinem Betrieb geschätzt. Selbst das, was einem negativ auffällt, passt noch zum Berufsstand und zur Persönlichkeit: Das Anschreiben ist mit Rechtschreib- und Syntaxfehlern gespickt wie ein Nähkissen mit Nadeln. Der Bewerber argumentiert ungeübt, unbeholfen und umständlich. Die Bewerbung wirkt wie aus alten Gebrauchtteilen zusammenmontiert. Gesamteindruck: Der Bewerber nimmt allemal leichter Elektromotoren auseinander, als dass er Sätze aneinander reiht. Die alte flämische Nähmaschinenmechanikerregel: Mach dich nicht schlauer, als dein Berufsstand es vorsieht bedeutet aber nicht, dass ein Bewerber sich dümmer machen muss, als sein Job es erlaubt. Es ist nicht schwer, angemessen und flott zu argumentieren. Wie man das ohne großen Aufwand besser macht, zeigt mein Vorschlag: Feinstrüpp GmbH & Co. KG Herrn Guido Vliesleine Damast-Paspel-Straße 12 34433 Senneberg-Otterswil Feinmechaniker für Industrienähmaschinen; unser Telefongespräch vom 04.08.20.. Sehr geehrter Herr Vliesleine, vielen herzlichen Dank für Ihre freundliche Auskunft am Telefon. Gern möchte ich Ihrer Aufforderung nachkommen und mich Ihnen vorstellen. Die für Sie wichtigsten Informationen zuerst: Ich bin ein erfahrener und tüchtiger Feinmechaniker. Industrienähmaschinen sind mein Fachbereich. Ich verfüge deshalb über beste Praxiserfahrung im Prüfen, Einstellen und Bestimmen von Fehlern. Als echter Allrounder löse ich alle technischen Probleme von Industrie-Nähmaschinen, Webstühlen, Strickmaschinen, Bügelmaschinen, pneumatischen und elektropneumatischen Geräten. Ich arbeite zuverlässig, schnell und ergebnisorientiert. Über neue technische Entwicklungen halte ich mich nachweislich auf dem Laufenden. Ein Zwischenzeugnis meines derzeitigen Arbeitgebers, der Miewa GmbH in Senneberg, bestätigt meine hervorragenden fachlichen Fähigkeiten und mein hohes handwerkliches Geschick. Wegen der Insolvenz meines Arbeitgebers suche ich ein neues Anstellungsverhältnis in einem zukunftsorientierten textilverarbeitenden Betrieb. Bereits zum 1. September könnte ich für Sie meine Arbeit aufnehmen. Ich bin ortsungebunden und zu einem beruflich motivierten Wohnortwechsel jederzeit bereit. Konnte ich Ihr Interesse wecken? Ich würde Sie sehr gern persönlich von meiner hohen Motivation und meiner fachlichen Eignung überzeugen. Über Ihren Terminvorschlag für ein Vorstellungsgespräch freue ich mich ganz besonders. Mit freundlichen Grüßen Anlagen
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| Job-Interview: Übersicht Bewerbungshelfer: Übersicht |
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