![]() |
|||||||||||
| Bewerbung - Praxisbeispiele | ![]() |
|||||||||
![]() |
Anschreiben von einem, der nett plaudert |
|||||||||
| In einer alten Seeräuberstadt ... ... wo sich heute Marketing, neue Kommunikationstechnologien und Lifestyle treffen, da blüht eine besondere Sorte junger Leute auf. Sie sind selbstsicher, wendig, kommunikationsfreudig, international ausgerichtet. Ihre Bewerbungen lesen sich so: Sehr geehrte Frau Wedel, Sie suchen einen Einkäufer für die Medien Print und Internet. Aufgrund meiner bisherigen Ausbildung und meiner Tätigkeit als media-Einkäufer in einer Mediaagentur denke ich, dass ich die Voraussetzungen für diese Aufgabe erfülle. Zu meinen derzeitigen Aufgaben gehört nicht nur die komplette Abwicklung von Anzeigen und Sonderwerbeformen in Printmedien, sondern auch die Durchführung von Online-Auftritten unserer Kunden. Weiterhin betreue ich diverse internationale Kunden, so dass ich teilweise in englischer Sprache mit Kreativ-Agenturen und Druckereien korrespondiere. Auch privat ist eine Unterhaltung in Englisch kein Problem. Das Internet ist für mich ein sehr spannendes Medium, bei dem nicht abzusehen ist, welchen Einfluß es auf unser Leben gewinnen wird. Genau deshalb will ich zukünftig noch enger mit dem Internet arbeiten. Mit dem Umgang von PCs bin ich schon seit den ersten 8086ern vertraut. Dabei spielt es keine Rolle, ob Serienbriefe aus der Datenbank "zusammengemischt" werden, Tabellenkalkulationen mit Formeln und Makros versehen werden oder ob eine Präsentation entstehen soll. Als PC-Freak handle ich nach dem Prinzip 'learning by doing'. Meine weiteren Pläne zielen auf einen Auslandsaufenthalt in den nächsten Jahren ab. Vielleicht besteht über Sie die Möglichkeit, einmal im Ausland zu arbeiten. Mein frühester Starttermin ist der 1. August xxxx. Gerne würde ich weitere Einzelheiten - wie Gehaltsvorstellung - bei einem Vorstellungsgespräch mit Ihnen klären. Soweit, so schlecht. Warum man sich keine Flüchtigkeiten erlauben darf? Weil es immer einen gibt, der ihn findet. Weil man damit einer Schwäche oder eines Versagens überführt wird. Weil Leute, die nicht allzu viel über einen wissen, dazu tendieren, von ganz kleinen Fehlern auf größere Defizite zu folgern. Gedankenlos hingeschrieben sind media-Einkäufer und Mediaagentur (Media-Einkäufer, Media-Agentur). Warum man nicht ganz so schreiben soll, wie man spricht Kleine Einschübe lockern die Rede. Im Text liest sich aber ein flotter Einschub wie denke ich", als ob der Bewerber sich nicht ganz sicher ist. Ich würde auch nicht darauf verweisen, dass nur ein Teil der Korrespondenz in Englisch ist, sondern dass ich häufig auf Englisch korrespondiere. Zum Anfang dieser Seite |
Warum Schotter keinen guten Untergrund abgibt Bewerber unterfüttern ihre Argumente gern mit allgemeinen Aussagen. Allgemeinplätze sind wie Schotter, weil sie als schwere Steine den Info-Fluss beeinträchtigen. Dass irgendwas ein sehr spannendes Medium ist, und man nicht absehen kann, welchen Einfluß es auf unser Leben gewinnen wird, ist sicher voller Gedankenschwere. Und bringt jedes Bewerberschifflein zum Kentern. Warum man sich nicht als PC-Freak outen sollte PC-Freaks sind spielende Jungs. Eine Firma ist kein Spielplatz. Als die ersten Computer noch wie die ersten Flugzeuge waren und immerzu abstürzten und keiner sich auskannte, und man immerfort schrauben musste wie an Peters alter Zündapp, da brauchte man vielleicht die 86er. Und heute? In einer durchorganisierten Office-Umgebung müssen Computer ständig störungsfrei laufen. Das gewährleisten IT-Fachleute. Office-Spezialisten sind Nerds (Langweiler). Freaks trifft man in Garagen. Warum man keinen Doppelfehler machen sollte Meine weiteren Pläne zielen auf einen Auslandsaufenthalt in den nächsten Jahren ab. Vielleicht besteht über Sie die Möglichkeit, einmal im Ausland zu arbeiten. 1. Fehler ist, zu verraten, dass man schon bald wieder gehen will. 2. Fehler: Eigene Pläne des Bewerbers. Eine Bewerbung ist der Lösungsvorschlag für die Pläne des Adressaten. 3. Fehler: Im Bewerbungsschreiben den Empfänger als Mittel zum Zweck degradieren. OK., das wären drei Fehler, aber dieser wanabe ist sowieso schon aus dem Rennen. Wie wärs damit: Sehr geehrte Frau Wedel, ich bin ausgebildeter Werbekaufmann. Als Media-Einkäufer für eine Mannheimer Agentur habe ich in dreijähriger Tätigkeit das Volumen in den von mir betreuten Bereichen um 64 % steigern können. Zuständig bin ich für Print und Internet. Zu meinem internationalen Kundenstamm zählen eine saudiarabische Fluggesellschaft, ein amerikanisches sowie mehrere britische Handelsunternehmen. Kostenpläne stimme ich zusammen mit unserem Planer ab. Im Team entscheide ich mit über Medium, Format, Zeitraum, Kosten und Rabatte. Ich schreibe Aufträge an Zeitschriften und Online-Werbeträger. Zu meinen Aufgabenbereichen gehört die Belegkontrolle. Ich prüfe Plazierung und Qualität der Anzeigen, stimme mit Verlagen und Sendern die Schlusstermine ab, überwache alle Termine. Zuständig bin ich auch für das termingenaue Zusenden von Druckvorlagen an Verlage. Ich informiere die Planung über alle anfallenden Änderungen, erstelle Produktions-, Termin- und Kostenpläne. Mit allen Applikationen einer Agentur bin ich vertraut; mein Englisch ist verhandlungssicher. Ich möchte in einem größeren Rahmen mehr bewirken als bisher möglich. Gern würde ich mich auch in das europäische TV-Geschäft einarbeiten. Könnte ich für Sie nützlich sein? Dann sollten wir miteinander sprechen. Sie erreichen mich leicht per E-Mail oder Voice-Mail. [Berkeley, Mai 1999 - 08.08.2002] Zum Anfang dieser Seite © Gerhard Winkler. Hinweis: Meine Site jova-nova.com ist neutral und unabhängig. Damit es so bleibt, bitte ich Sie, jova-nova.com zu fördern. Empfehlen Sie mich weiter. Mailen Sie mir vor allem auch Ihre Anregungen, Kommentare, Erfahrungen. Gemeinsam schlagen wir die Schema-F-Bewerber! |
|||||||||
| Job-Interview: Übersicht Bewerbungshelfer: Übersicht |
||||||||||
![]() |
||||||||||
![]() |
||||||||||
![]() |
||||||||||
![]() |
||||||||||
|
|
|||