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| Bewerber-Präsentation | ||||||
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Personaler wollen nur ihren Job machen. Das können sie nicht allein. Vielleicht finden Jobsuchende das nicht so nett. Ressource liegt bedenklich nah an Verwurstung. Personaler finden es wiederum erschreckend, dass Jobsuchenden so wenig Kenntnis vom Ablauf einer Bewerbung im Unternehmen haben.*** Was wollen Personaler? Von einem Bewerber erwarten sie im Grund nur, dass er ihnen zuarbeitet: Der Kandidat soll liefern, abwarten und kooperieren. Nicht zuletzt soll der Bewerber still halten, solange man prüft, ob er auf ein definiertes Anforderungsprofil passt. Der Personalfachmann erstellt dieses Profil immer zusammen mit dem direkten Vorgesetzten, an den der Neue berichten wird. Ein Fachvorgesetzter verlangt etwa: I sott an Entwickler hau, wella sich ohz neihänga duat. Derra sott au mit oos gschirra kenna ond fei et schturgeterisch daherschwätza wia derra letzt'. Der Personaler ermahnt ihn: Horscht, du woisch, wenn oi Ahforderung net faktisch isch, nau temmer sie au net ins Profil, gell? *** Personaler haben feine Sensoren für persönliche Eigenschaften und Stärken. Sie wissen aber, dass die simple Gleichung Wir erwarten Teamgeist - Ich bin teamfähig so nicht funktioniert. Als Profi-Ermittler folgen sie einem Grundsatz: In der ersten Phase der Personalauswahl wird möglichst nur das ausgewertet, was quantifizierbar, messbar und vergleichbar ist. Die Bewerberpoesie der Kandidaten kann bestenfalls eine positive Faktenlage verstärken. Anforderungsprofile zeichnen natürlich das Wunschbild vom idealen Kandidaten. Aus dieser Vorlage erwächst dann der Text einer Stellenanzeige. Häufig hört man von Bewerbern, dass in Annoncen so etwas wie der perlenproduzierende Projektverkaufsmanager mit Praxisdiplom verlangt wird. Komisch daran finde ich nur, dass sich Bewerber darüber aufregen können. Wie würden Sie Personalfindung betreiben? Vielleicht wollen Sie eine Stellenanzeige ja lieber im Stil des korporativen Realismus einleiten: Wir suchen als Entwicklungsingenieur jemanden wie unseren Jasper Zeuthen. Also einen griesgrämigen Mitmacher ohne viel Elan Personaler erinnern ein bisschen an Pädagogen. Auch die wollen die Besten aufspüren und entwickeln und zugleich legen sie im mühsamen Alltagsgeschäft das im durchschnittlichen Mitarbeiter verborgene Gute frei. Ihren professionellen Stolz legen Personaler darin, dass eine Stelle ordnungsgemäß, klar und sauber beschrieben wird. Darum finden sie es auch höchst ärgerlich, wenn auf Jobsucherseite klare Aussagen zum Verantwortungszuschnitt und Aufgabengebiet der letzten Position fehlen. Es gehört zur guten Praxis einer Organisation, Stellenbeschreibungen anzufertigen. Inputgeber sind der bisherige Stelleninhaber, sein Vorgesetzter und der Personaler selbst. Organisationen benötigen ausgearbeitete Stellenbeschreibungen nicht zuletzt deswegen, weil sie die Zuständigkeiten ihrer Mitarbeiter einzugrenzen haben. Vielleicht haben Sie schon einmal irgendwo gearbeitet, wo untereinander nur mündlich abgesprochen wurde, wer was erledigt. Vielleicht haben Sie unter einem Leiter gearbeitet, der jedem Mitarbeiter etwas anderes erzählt und sich nicht schriftlich festlegen will. Nicht nur, weil es in solchen Organisationen ständig brennt, haben Mitarbeiter den Eindruck, dass sie in der Hölle gelandet sind. Im Laufe eines Vorstellungsgesprächs als Führungskraft auch nach dem ersten Telefoninterview kann man als Bewerber eine vorhandene Jobbeschreibung erbitten. Es spricht ungemein für ein Unternehmen, wenn es darauf eingeht. Nicht immer verhandeln ja beide Parteien über die selbe Sache. Ein großer Verlag umkreiste im Gespräch mit einer erfahrenen Fachkraft in mehreren Runden eine Projektleitung. Der am Ende zugeschickte Vertrag beschrieb dann eine simple Redakteursstelle. Von den Befugnissen und der Vergütung her lag die rechtlich fixierte Position eine Stufe tiefer als der Job, um den es während der Verhandlung vorgeblich ging. Bei dieser im Grunde etwas schmutzigen Aktion bebrüten meist Fach- oder Abteilungsleiter ungelegte Eier. Ein Personaler handelt anders: Wo keine verbindliche Jobbeschreibung, da keine Jobverhandlung. Manche Arbeitgeber geben sich viel Mühe und erarbeiten positionsbezogene Bewerberinformationen. So ein detailliertes und nett gemachtes Briefing ist immer auch ehegattentauglich. Es beschreibt den Firmenstandort und lobt in schönen Worten die Schulen, Kultureinrichtungen, Einkaufsmöglichkeiten und Freizeitangebote im Umkreis der Firma. Sicher erspart der bisweilen sogar mit Bildern unterlegte Werbetext es nicht, sich selbst ein Bild von den idyllischen Lebens- und Arbeitsbedingungen in Schlußberg an der Öd zu machen. Doch er funktioniert, wenn er gute Leute dazu bewegt, sich ins Auto zu setzen, um eine Jobgelegenheit fern der urbanen Zentren zu prüfen. Personaler sind zufrieden, wenn sie aus starken Jobkandidaten zufriedene Mitarbeiter machen. Sie erbringen gegenüber jedem Bewerber eine Verstehensleistung und dass es so vielen Kandidaten schwerfällt, eine Position zu durchdringen und eine Aufgabe zu verstehen, darüber wundern sie sich auch noch nach mehreren Jahren im Beruf. Personaler freuen sich, wenn jemand seine Daten kritisch auswählt, alles Unnötige weg lässt und die Einträge nach einer nachvollziehbaren Logik anordnet. In Unterlagen, die aus einem Raucherhaushalt kommen und sich schon durch den Duft ankündigen, stecken sie ihre Nase zum Beispiel nur ungern. Personaler nehmen ihren Job ernst und nehmen auch die Anliegen von Bewerbern ernst. Sie treffen allerdings auf die ganze menschliche Natur in ihren vielfältigen Erscheinungsformen. Das macht sie in der Regel tolerant und zugleich abgehärtet. So manch unerfahrener Bewerber kann froh sein, dass Personaler kaum je etwas persönlich nehmen. Jede Stellenausschreibung produziert nun mal eine Parade von ungeschickten und naiven Bewerbern. Die Geschmackvollen nutzen schweres, farbiges, besonders strukturiertes Papier. Die von sich selbst Begeisterten setzen Fotos im XXL-Format ein. Die Würdevollen zelebrieren einen Kult um repräsentative Mappen. Doch vor dem Personaler sind alle Mappen gleich. Sichten des Bewerbungseingangs bedeutet nichts anderes als zu prüfen, ob sich das Anforderungs- und das Kompetenzprofil in Deckung bringen lassen. Bewerber-Schnickschnack lenkt da noch nicht einmal ab. Er wird schlicht ignoriert. Nutzen Sie als authentischer Bewerber die niedrige Toleranzschwelle aber bitte nicht aus. Versehen Sie Ihre Anschreiben nicht mit Blumen, Pferdeköpfen und wilden Mustern. Bewerben Sie sich nicht mit einem Bild in offener Bluse. Müllen Sie Ihre Mappe nicht mit uralten Anlagen zu. Personaler sind Leute wie wir. Leute, die ihren Job gern gut machen und sich nicht zu oft eine Fehlentscheidung leisten können. Personalbeschaffung geht ausgesprochen ins Geld. In Deutschland wirft man schlechten Mitarbeiter, nur um sie loszuwerden, meist noch gutes Geld hinterher. Überlegt vorgehende und aufmerksame Jobsuchende unterstützen Personaler dabei, Bearbeitungs-, Verhandlungs- und Entscheidungsprozesse zu verkürzen und die richtige Entscheidung zu treffen. Mit uniformen Bewerbungen, die aus Büchern abgeschrieben sind und kein authentisches Bild vom Bewerber abgeben erschwert man den Job des Personalers. Arbeiten Sie ihm effizient zu. Er wird es ihnen danken. Man könnte es auch so sagen: Personaler arbeiten mit persönlichen Daten. Wollen Sie in den Personalbestand einer Organisation aufgenommen werden? Dann legen Sie Ihren Datensatz und Ihre gesamte Präsentation so vor, wie es Personaler brauchen: auf das Substanzielle reduziert, mit Nachweisen und Referenzen abgesichert, sorgsam aufbereitet, einfach und schmucklos. Ostrach, 13.10.2004 Gerhard Winkler. *** Alle Zitate aus der laufenden Personaler-Umfrage des Autors. *** Ein Fachvorgesetzter verlangt etwa: Ich brauche einen Entwickler, der motiviert ist. Der soll auch zu uns ins Team passen und nicht so stuttgarterisch schwäbeln wie der letzte. Der Personaler ermahnt ihn: Horst, du weißt, wenn eine Anforderung nicht faktisch ist, dann schreiben wir sie auch nicht ins Profil. (Übersetzung Karl Schotten, SOLE e.V., Ravensburg) Für Personaler Online Erhebung zur Personalauswahl Weiterlesen Was ist Bewerben? Kommentar an den Bewerbungshelfer gwinkler@jova-nova.com Seitenanfang |
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