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Bewerbung - Praxisbeispiele www.jova-nova.com
Mitarbeiterin Öffentlichkeitsarbeit

Sehr geehrte Frau Bratz,

in meiner Funktion als Marketing-Managerin für ein mittelständisches Unternehmen kommuniziere ich meine Organisation und ihre Produkte auf vielfältige Weise. So konzipiere ich selbständig Events und Auftritte. Ich texte sicher und gestalte in Indesign alle anfallenden Textsorten von der Dokumentation über Fachartikel, Presse-News, Werbebriefe und Hand-outs. Mit der Pressearbeit bin ich ebenso vertraut wie mit dem Internet. Die Geschäftsprozesse unterstütze ich durch Analysen und Reports aus Marketing und Vertrieb. Ich meistere nicht nur nachweisbar alle Aufgabenstellungen in PR und Marketing, sondern verfüge auch über gute Medienkontakte und über ausgezeichnete Kenntnisse der badischen Medienlandschaft.

Mein Know-how beruht nicht nur auf mehrjähriger beruflicher Praxis. Berufsbegleitend habe ich mich zur Marketingfachwirtin weitergebildet und meine Design- und Gestaltungskompetenz für Web und Print ausgebaut. Versiert bin ich nicht nur in Office-Anwendungen wie PowerPoint, Lotus Notes und Oracle-basierten Datenbanken. In Photoshop, Indesign und dem Webeditor Dreamweaver bin ich bestens eingearbeitet. Solide kaufmännische Kenntnisse runden mein Profil ab. Mein Englisch ist verhandlungssicher.

Auskunft über meine Leistungsstärke und meine persönliche Zuverlässigkeit gibt Ihnen gern Frau Bieler von Kilch Media (01 23 45 - 67 89 00). Ich möchte meine kommunikativen Stärke und meine PR-Fähigkeiten besser ausspielen und sie in den Dienst einer modernen, markt- und öffentlichkeitsbewussten Organisation stellen. Finden Sie, dass ich Ihre Belange offensiv nach außen und intern vertreten kann? Dann sollten wir miteinander ins Gespräch kommen.

Ich freue mich über Ihre Nachricht.

Mit herzlichen Grüßen

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Frage: Wer hat dieses Statement bei welcher Gelegenheit gemacht?

„Ich habe gelernt, dass
  1. die gesamte Denk- und Arbeitsweise dem Teamgeist untergeordnet sein muss
  2. Botschaften klar und deutlich formuliert werden müssen
  3. technische Entwicklungen und die konstanten Veränderungen von Märkten ein hohes Maß an Anpassungsvermögen verlangen
  4. trotz abflachender Hierarchien von Zeit zu Zeit auch Autorität gezeigt werden muss
  5. man durch Kreativität neue Lösungen für alte Probleme schaffen kann.“

a) Herr Schröder äußerte dies vor Unternehmern.
b) Herr Mehdorn erklärte dies vor Politikern.
c) Ein Bewerber verkündete dies voreilig.

Dass kann nur jemand geäußert haben, der von soweit oben herunterschaut, dass alle irdischen Spitzfindigkeiten nur noch winzige Punkte sind. Möchte man meinen. Es war aber ein ganz normaler, sicher etwas ehrgeiziger Bewerber. Im Arbeitsleben sonst ein realitätstauglicher Mensch.

Warum schreibt ein vernünftiger Erwachsener so, als würde man ihn mit vorgehaltenem Mikro um ein Statement zur Lage der Staatsbahn bitten?

Der Jobkandidat möchte signalisieren: Ich weiß, was zum Führen gehört. Da weiß er sicher mehr als ich. Als Dauerschreiber wundere ich mich jedoch, wieso unsere Kader derart an den Zauber des falschen Zungenschlags glauben. Warum sie sich für ihre Bewerbung stundenlang den Kopf zerbrechen, um dann einen Gedanken auszubrüten, so flach wie Schweden-Laminat. Warum sie nach der Weltformel für Führungsverhalten suchen wie Einstein nach dem verlorenen Groschen. Und feilen, feilen, murksen. Bis am Ende etwas zu Word gebracht wird, das der Papst so leicht unterschreiben könnte wie Madonna. Oder wären Sie etwa so ketzerisch und würden leugnen, dass Botschaften klar und deutlich formuliert werden müssen?

Immerhin macht das Statement klar, dass Fach- und Führungskräfte beim Bewerben durchaus nachdenklich werden. "Hallo, Ihr da oben," möchte man ihnen zurufen. "Bitte nicht ganz abheben. Sie können die heiße Luft sonst nicht halten."

Beim Bewerben gilt für jedermann:

Nichts ist so besonders wie ihr Anliegen Und nichts ist allgemeiner als ein Allgemeinplatz.

Nehmen wir an, Sie möchten Führungskompetenz signalisieren, ohne dabei zu wirken wie eine Edellocke mit Goldrand. Managertugenden manifestieren sich nicht in Sonntagsreden. Sie drücken sich in der Alltagsarbeit aus. Notieren Sie also im Lebenslauf Ihre Positionen. Geben Sie Ihre Personal- und Budgetverantwortung an. Schreiben Sie die Zuständigkeiten dazu, in denen Sie Ihre Führungsstärke und Leitungsqualitäten bewiesen haben. Halten Sie dies alles fest und merken Sie bei gegebenem Anlass noch an, dass Sie selbst es waren, der Rom an einem Tag erbaut hat. Tun Sie aber nicht so, als wären Sie Jung-Cicero aus dem Nachwuchskader.

Ob Sie ein in vielen Kampagnen gestählter Profi sind oder zum Pool der Hoffnungsträger und Nachwuchsstars gehören: Das einzig wirklich schlagende Argument in einer schriftlichen Bewerbung ist Ihre aktuelle Funktion im Unternehmen. Keine Glanz-Rhetorik gleicht es aus, wenn die Tritthöhe zur angestrebten Position für Sie zu hoch ist.

Für Jobanbieter ist der stärkste Beweis gerade gut genug. Ihren Anspruch auf künftige Aufgaben untermauert darum Ihr Verweis auf Titel, Rang und Zuständigkeiten. Erst, wenn Ihnen das fehlt, greifen Sie zum nächst wichtigen, immer noch konkreten Argument.

In der schriftlichen Bewerbung begründen Sie zwar geschmeidig, aber nicht substanzlos. Aufmerksame Zuhörer eines Jobinterviews hören dagegen auch vom klügsten Bewerber manchmal pauschale Äußerungen und Banalitäten. Im Hin und Her des Interviews äußert man eben Weisheiten vom Abreißblatt und aus dem Augenblick geborenen glatten Unsinn. Absolute Beliebigkeit ist zwar das Merkmal vieler Management-Maximen, aber in einem Gespräch fallen diese Bemerkungen meist im Kontext. Und da hört sich dann alles längst nicht so banal an, wie es sich liest. Bringen Sie eine Fallgeschichte aus Ihrer Arbeit mit einem Fazit auf den Punkt. Erklären Sie am Ende „Ich habe daraus gelernt, dass Teamgeist etwas ist, dem sich das ganze Denken und Handeln einer Gruppe unterordnen.“ Und schon werden ältere Gruppenleiter Sie gerührt anblicken und auf dem Notizblatt Ihren Namen heftig umkringeln.

Allgemeine Bekundungen, die über den Mittags- oder Stammtisch hinaus wirken sollen, verankert man tunlichst in der Wirklichkeit. Wer das nicht tut, den interessiert die Realität nicht oder der lenkt bewusst von ihr ab. In einer schriftlichen Bewerbung fehlt einfach der Raum, um allgemein gültige Postulate zu entwickeln.




Jeder, der seine Argumentation mit Bedeutung und Tiefsinn auskleiden möchte, greift zu abgeklärten Allerweltsweisheiten. Vor allem marketingerfahrene Bewerber schätzen eine Variante des billigen Slogans, den Aufhänger:

„Menschen mit Energie – so lautet der Claim der Alpinen Wasserkraft AG. Und es scheint, als hätte ich nach nur einem knappen Jahr Unternehmenszugehörigkeit dieses Motto schon verinnerlicht.“

„Menschen mit Energie“, „Verkaufen mit Herz“, „Schrauben mit Freude“: Claims, Slogans, Riffs und Sprüche als Eye Catcher einer Bewerbungsrede: Da will man Handeln von einer vorangestellten Sentenz ableiten und es damit absichern. Prediger und politische Sonntagsredner verfahren so. Die zitieren aber auch aus der Bibel und nicht aus einem Waschzettel. Noch jedes jobsuchende Firmeneselchen, das einen Slogan mohrrübengleich vor den Bewerberkarren spannte, verhungerte auf halbem Weg.

Man gibt seine Ich-Identität einfach nicht in der ersten Zeile auf. Wer das, was einen ticken lässt, von einem Corporate Claim ableitet, der tickt asynchron mit sich selbst. Nichts gegen affirmatives Denken. Man wird ja nicht in einer Organisation glücklich, zu der man innerlich so weit Abstand hält wie der Weltgeist zu Bsirske. Aber kommen Sie keinem Company-Claim zu nahe. Sie enden in einer Wolke aus heißem Dampf.

Echt heiße Dampfstrahler sind einige Kollegen aus der Ratgeberzunft:

Leiter der Softwareabteilung in Ihrem Unternehmen zu sein und Marktchancen konsequent zu nutzen, halte ich für eine interessante und anspruchsvolle Aufgabe, um die ich mich hiermit gerne bewerbe.
http://www.job-pages.de/

Da mir die Arbeit im Vertrieb großen Spaß macht und ich hier meine Fähigkeiten richtig einsetzen kann, sehe ich in diesem Bereich meine berufliche Perspektive ....
http://www.legamedia.net

Zur Zeit bin ich in Teilzeit bei einer Rechtsanwaltskanzlei in Kaiserslautern angestellt. Ich möchte jetzt wieder in Vollzeit tätig sein. Freundlicher Kundenkontakt und die persönliche Beratung vor Ort sowie am Telefon sind für mich selbstverständlich. Ich strebe nun eine Tätigkeit an ...
http://www.flashlight-fantasy.de

Auch denke ich, daß der Beruf gute Aufstiegschancen bietet - Leistung und Qualifikation vorausgesetzt. Schließlich steigt der Freizeitanteil der Menschen ständig, und die Ansprüche an eine gute "Freizeit-Beratung" wachsen.
http://www.sparkasse-witten.de

In Ihrer Annonce sehe ich die Herausforderung, meine bisher erworbenen Fähigkeiten sowie meine Leistungsbereitschaft sinnvoll einzusetzen.
http://www.ehr4you.de

Zur Zeit bin ich in Teilzeit und möchte wieder in Vollzeit ... beim Joggen trägt einen dieser Song durch den halben Wald. Schon die Empfehlung, so zu schreiben wie man spricht, hat ja ein sehr boshafter Fehlerteufel ausgeheckt. Doch Bewerbungen so zu schreiben, wie man plaudert: Liebe Kollegen, das halte ich auch für eine interessante und anspruchsvolle Aufgabe, in der Sie Ihre bisher erworbenen Fähigkeiten bestimmt sinnvoll einsetzen.

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Gerhard Winkler gibt 100 x Rat: Anders bewerben

Winklers Traum:

"Dieses Buch zu lesen halte ich für eine interessante und anspruchsvolle Aufgabe, um die ich mich gern bewerbe ..."

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