1 Wozu Anschreiben?
Das Einschreiben ist ein schriftlicher Kurzvortrag (nur 1600 bis 2000 Zeichen) über Deine besondere Befähigung für eine Ausbildung, ein Praktikum oder einen Job.
2 Was schreibt man im Anschreiben?
Fächere auf, was Du gemacht und getan hast. Vor allem Deine mess- und nachprüfbaren Leistungen & Erfolge: in der Schule, beim Arbeiten, in Verein & Engagement!
3 Womit fange ich das Anschreiben an?
HÖFLICHE ANREDE, dann KOMMA dann LEERZEILE, dann sofort das, was am meisten für Dich spricht! Fang mit dem stärksten Argument an. Darauf fährt ein Ausbilder ab!
4 Was nennt man so als stärkstes Argument?
Alle Ausbilder schätzen: Deine praktische Joberfahrung. Gute Noten in Kernfächern. Schulisches Zusatz-Engagement. Kurse außerhalb der Schule. Einsatz im Verein.
5 Worauf fahren Ausbilder wirklich ab?
Jobs, Praktika in den Ferien belegen, dass Du keine Angst vor Arbeit hast & dass Du Dich einordnen kannst. Hat man Dich für irgendetwas bezahlt? Notiere: bei wem, wo & wofür!
6 Was mich ich bloß mit nicht so guten Noten?
Die meisten haben Durchschnittsnoten. Lieblingsfächer haben alle. Drück nicht so auf den Senf, wenn es um Schulfächer geht. Sagt Dein Zeugnis etwas über Deine ganz besondere Befähigung aus? Falls nicht, such in Deinem ganzen Leben nach dem, was für Dich spricht!
7 Warum soll ich aufzählen, was ich sonst noch mache?
Dein Engagement im Verein, in Jugendorganisationen, in Teams zeigt, wie interessiert Du bist, wie aktiv & teamfähig. Vielleicht bist Du sogar ehrgeizig & hoch motiviert!
8 Worüber soll ich schreiben? Was ich bin oder was ich mache?
Ich-Aussagen sind (all zu oft) leere Versprechungen. Sprich von Deinen Leistungen! Man wird sehr leicht daraus lesen, wer Du bist und welche Qualitäten Du hast.
9 Was schreibt man über den Bewerbungsgrund?
Leite Ausbildungsziele allein aus Erfahrung, Erfolgen, Talent und der Empfehlung von Fachleuten ab und niemals nur aus einem Gespräch mit dem Psycho von der A-Agentur.
10 Was sind die dicksten Hämmer im Anschreiben?
Vermeide die Wörter HIERMIT, LEIDER, INTERESSE, UMGANG MIT MENSCHEN, GESPRÄCHEN MIT DER BERUFSBERATUNG sowie DIVERSE PRAKTIKA. Geh auf jede Joberfahrung ein!
11 Wird das Anschreiben in Einleitung, Hauptteil, Schluss gegliedert?
Hab den Mut, ohne Einleitung gleich zur Sache zu kommen. Zähl Punkt für Punkt auf, was für Dich spricht. Schreib nicht "ich bin ...", sondern "ich habe ... gemacht".
12 Ist das Anschreiben von der Form her ein Brief?
Briefschreiben war früher umständlich, deswegen schrieb man umständlich. Mailen ist Schnellpost, deshalb ist heute Direktheit die Höflichkeit des Bewerbers.
13 Schulleistung oder Joberfahrung - was bringt man als erstes?
"überdurchschnittliche Schulleistungen sowie erste Erfahrung als Produktionshelfer für die FM AG und als Praktikant bei der GW GmbH befähigen mich dazu ..."
14 Kann man von Schülern Jobererfahrung verlangen?
Ja! Man hat Dich ausgewählt, angeheuert, angeleitet, beschäftigt, machen lassen. Man hat Dir vertraut. Auf Dich gezählt. Mit Dir gerechnet. Jobs sind immer gut!
15 Was glänzt wie Gold im Anschreiben?
Jeder Job - auch Nachhilfe, Kinderbetreuung, Zeitungaustragen. Jede Nachmittagsaktivität in der Schule. Selbstgesteuertes Lernen in der VHS oder sonstwo.
16 Was ist an Hobbys und Interessen so interessant?
Nichts. Denk Dir keine aus. Mach aber mit in Vereinen, Organisationen, Gruppen! Misch Dich ein in Sport, Musik, Soziales, Jugendbewegtes, Politisches, Kultur.
17 Haben Leute, die Hobbys und Interessen haben, größere Bewerbungschancen?
Vergleiche: „ich interessiere mich für Feuer“ mit „ich bin aktives Mitglied der Feuerwehr.“ - Zeig also nicht nur Interesse. Zeig stets, was Du daraus machst!
18 Was kommt neben guten Noten, Joberfahrung und Engagement noch gut an?
Nenne einen Erwachsenen, dem man Respekt entgegenbringt, als Zeuge, dass Du alles hast, was man für den Ausbildungserfolg braucht. Mach ihn zu Deiner Referenz!
19 Soll man am Ende noch schreiben, warum man sich gerade dort bewirbt?
Es kommt gut an, wenn Dich gerade an diesen Betrieb etwas Besonderes bindet. Das darf auch etwas Eigennütziges sein! Notier Deine Motivation erst im letzen Absatz!
20 Wie kommt das Anschreiben zum guten Ende?
Bring zum Schluss: Deine Referenz & was sie Dir bestätigt. Dein Eintrittsdatum. Deine Freude, Dich persönlich vorzustellen. Dein Wunsch nach einem Gespräch.
Zuletzt überarbeitet: Berlin, 17.2.2009
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