Täuschen Sie sich nicht darüber hinweg: Ihr Schreiben wird vielleicht maschinell bearbeitet und automatisch beantwortet, aber es wird stets von einem Menschen gesichtet.
Ihr Anliegen bearbeiten keine virtuelle Agenten, sondern realitätstüchtige Leute. Diese Personen zeichnen sich aus durch ihre Vorgaben, ihre berufliche Funktion und Erfahrung, ihre Konzepte, ihre Wertvorstellungen, ihr Selbstverständnis, ihre persönlichen Ziele, Wünsche, Befürchtungen und Sorgen. Es sind manche darunter, die stolz darauf sind, Arbeitsplätze für andere zu schaffen. Jobanbieter können sich ebenso wie Bewerber als Aufschneider, Täuscher, Egozentriker oder Hobby-Psychologen enthüllen.
Nicht nur in Ämtern und Behörden treffen Sie auf Leute, die Lust aus Macht beziehen. Nicht nur in Firmen treffen Sie auf Leute, die sich das allgemeine Wohl von Unternehmen und Mannschaft zu eigen machen. Jobanbieter überleben so manche berufliche Fehlentscheidung. Doch sie überleben nicht lange in ihrem Job, wenn sie sich fortlaufend irren. Die Interessen von tüchtigen Jobsuchern und Jobanbietern ergänzen sich. Die Erwartungen und Reaktionsweisen decken sich zum Teil. Deshalb gilt:
Es ist der Job von Jobanbietern, Bewerber voneinander zu unterscheiden. Ducken Sie sich deshalb nicht unter den Tisch. Seien Sie kein Ich-auch-Bewerber. Sehen Sie dem Jobanbieter in die Augen. Bewerben funktioniert am Anfang als ein Prozess der wechselseitigen Wahrnehmung. Machen Sie das Beste daraus:
Bewerber wollen als Persönlichkeit geschätzt werden. Und Stellenanbieter wollen das genauso. Bewerber, die ihre Konturen, ihr Profil vermitteln, haben schon die allererste Hürde geschafft.
Stellenanbieter rechnen nicht gern mit unbekannten Größen. Deswegen findet der leicht einen neuen Job, der einen Stellenanbieter, den er anspricht, schon kennt. Ebenso gut fährt man, wenn man Leute hat, die sich persönlich für einen einsetzen. Eine gute Vorgehensweise ist es stets, wenn man im Kontaktgespräch oder im Anschreiben einen vertrauenswürdigen Dritten als Referenz benennt.
Bewerben ist einfach. Man braucht nicht lange überlegen, wie man jemanden auf sich aufmerksam macht. Man braucht nicht überlegen, wie man jemanden überrascht. Man braucht sich nicht etwas grandios Neues einfallen lassen. Man braucht sich keine Sätze ausdenken, die noch nie in einem Bewerbungsschreiben gefallen sind. Kein Mensch muss sich verkaufen.
Gestalten Sie Ihre Bewerbung so, dass sich der Adressat von Ihrer Person eine konkrete Vorstellung macht. Dann wird er Sie ganz leicht von anderen Bewerbern unterscheiden. Ob Sie sich auf Papier, per Mail oder über ein Web-Formular bewerben:
Das ist in der digitalen Welt nicht immer einfach. Doch Sie wollen einen Job, und der führt über Menschen.
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Zuletzt aktualisiert: Berlin, 16.03.2009.
Ich schreibe für den verständigen Leser. Halten Sie bitte auch mich auf dem Laufenden: über den Jobmarkt, über Ihre Bewerbungswege, Erfahrungen, Abenteuer und Erfolge. Was vermissen Sie auf jova.nova.com? Was sehen Sie anders? Ich freue mich über Ihr Feedback!
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