DIN-Regeln für Bewerber
Fußball ist ohne Regeln witzlos. Der Straßenverkehr wäre ohne verbindliches Regelwerk chaotisch. Selbst der geschäftliche Schriftverkehr braucht Regeln, sonst leiden die Geschäfte. Sind Sie geschäftig dabei, sich zu bewerben? Wollen Sie Ihre Anschreiben ausdrucken oder als PDF-Datei verschicken? Dann gestalten Sie ihre Schriftstücke am besten nach den Regeln der DIN-Norm.
DIN heißt Deutsches Institut für Normung. Normung bedeutet, dass eine Technik oder ein Verfahren geregelt wird. In Deutschland macht das eine Berliner Anstalt, die als gemeinnütziger Verein bereits seit 1917 besteht. Und noch immer ist in Deutschland längst nicht alles geregelt! DIN in Berlin bietet einen sicheren Arbeitsplatz für alle Tüftler, die auch in Zukunft fleißig mitnormen wollen. (www.din.de)
Die Gestalter von geschäftlichem Briefpapier und die Briefschreiber in Büro und Verwaltung folgen durchweg den einschlägigen DIN-Normen 5008 und 676. Das machen sie aus drei guten Gründen:
1. Regelgeleitet lässt sich flott, korrekt und ohne nachzudenken korrespondieren.
2. Die Briefempfänger können sich voll und ganz auf den Briefinhalt konzentrieren, da die Form vertraut ist. Man weiß, was wo steht!
3. Wer regelkonform auftritt, der signalisiert, dass er die Regeln einhalten kann und will.
DIN-gemäße Gestaltung ist auch eine vertrauensbildende Maßnahme! Schon die praktische Vernunft führt auch den Sponti-Bewerber zur Erkenntnis: Je DINer Dein Schreiben, desto eher kannst Du bleiben. Das Anschreiben ist schließlich ein geschäftlicher Vorschlag. Darum flink ausformulieren und immer auf die DIN-Norm achten! Die folgenden Empfehlungen beruhen auf der Normung.
Schrift: Voreingestellt ist am PC vermutlich Arial oder Times. Sie heben sich schon mit Calibri oder Trebuchet vorteilhaft ab. Größe nicht über 12 und nicht unter 10. Absatz: Gliedern Sie in Absätze und trennen Sie diese durch Leerzeilen. Schreiben Sie immer linksbündig und gleichen Sie den rechten Rand durch die automatische Silbentrennung aus. (Silbentrennzone auf 0,25 verkleinern!) Abstand zwischen Zeilen: 1 (Keinesfalls 1,5 oder mehr. Sie brauchen den Platz!). Ränder: Von oben 1,69 cm. Links 2,41 cm, rechts 2 cm. Eigene Adressdaten: Start 1,69 cm unterhalb des Blattrands. Höhe: 5,08 cm, Breite 8,5 cm. Verkünsteln Sie sich nicht mit dem Briefkopf! Adresse des Empfängers: direkt im Anschluss an die eigenen Daten und insgesamt 4 cm hoch.
Beispiel 1
WinklerWerke gGmbH
Frau Katharina Winkler
Jova-Nova-Weg 1
12345 Winkelried
Beispiel 2
Frau Katharina Winkler
WinklerWerke gGmbH
Jova-Nova-Weg 1
12345 Winkelried
Im zweiten Beispiel darf das Schreiben nicht vom Sekretär geöffnet werden. Es wendet sich an Frau Winkler persönlich.
Datum: Gehen Sie vom oberen Blattrand 1,69 cm herunter und dann scharf 2,41 cm + 10,16 cm nach rechts. Dort steht das Briefdatum; am besten in diesem Format: 28. September 2011. Betreffzeile: in der 4. Zeile nach dem Adressblock. Hier steht nur, was Sache ist: Ausbildung zur Bankkauffrau; Ref.-Nr. 1008062. Anrede: Sehr geehrte Frau Dr. Petzoldt, – Sehr geehrter Herr Schröder, – Sehr geehrte Damen und Herren, … haben Sie das Komma bemerkt? Ein . wäre ein Kunstfehler. Dann eine Leerzeile und so weiterschreiben, wie es die Rechtschreibung verlangt. Sie sind schließlich schon mitten im Satz!
Sehr geehrte Frau Dr. Laws,
in der neunten Klasse der Hopfen-Schule Tettnang erziele ich zur Zeit sehr gute bis gute Leistungen in Mathematik, Englisch, Deutsch und Gemeinschaftskunde.
Briefende: Heben Sie die Grußformel mit einer Leerzeile vom Brieftext ab. Schließen Sie formelhaft und korrekt: Mit freundlichem Gruß – Freundliche Grüße – Beste Grüße oder etwas freundlicher: Herzliche Grüße – Viele Grüße – Viele herzliche Grüße. Unterschreiben Sie mit einem Füller auf dem Ausdruck. Bei einem PDF reicht die getippte Unterschrift unterhalb des Grußes! Anlagenvermerk: Die DIN-Regeln sehen einen Vermerk vor:
Anlagen
Lebenslauf
Lichtbild
Nachweise
Sparen Sie sich diese Fleißliste, wenn Sie für Ihre vielen guten Argumente die ganze Briefseite benötigen. Es ist wichtiger, dass Sie sich in voller Stärke präsentieren. Zu wenig Brieftext auf der Seite verweist auf Argumentenarmut. Mehr als eine Seite belegt, dass Sie’s nicht auf den Punkt bringen.
Neuenhagen bei Berlin, 14.2.2011
Ich schreibe für den verständigen Leser. Halten Sie bitte auch mich auf dem Laufenden: über den Jobmarkt, über Ihre Bewerbungswege, Erfahrungen, Abenteuer und Erfolge. Was vermissen Sie auf jova.nova.com? Was sehen Sie anders? Ich freue mich über Ihr Feedback!
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