Die Kunst der Karriere hat mit der Kunst der Kriegsführung unter anderem gemeinsam, dass man möglichst sein Fähnlein oben auf dem Hügel aufpflanzt und es im Übrigen vermeidet, sich im Niemandsland zu verlaufen. Nun ist Ihnen Karrieredenken vielleicht fremd und die Kriegskunst an sich ist für Sie ein ziemlicher Schmarren. Leider haben Sie vor kurzem die letzte Schlacht um Ihren Job verloren und vor kurzem ist jetzt auch schon eine Weile her.
Nichts tut sich auf dem Jobmarkt. Sie haben bereits vor einiger Zeit die Wohnung entrümpelt, die Küche tapeziert, den Garten auf Vordermann gebracht und Tante Charlotte in Ravensburg besucht. Sie können die Gesichter der anderen Gewohnheitsleser rund um den Tageszeitungsstand der Stadtbücherei bald nicht mehr sehen. Selbst der freundliche Berater in der Agentur wirkt in letzter Zeit beklommen. Zeit zum Handeln!
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Ausrüstung prüfen: Puzzeln Sie die Pro-Argumente Ihres Anschreibens neu zusammen. Machen Sie sich mit dem kalten Blick des Sanierers daran, Ihren Lebenslauf wieder flott zu bekommen. Bauen Sie die Unterlagen um!
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Aktionsraum erweitern: Heben Sie Ihre eigenen Beschränkungen so weit es geht auf: Einsatzregionen und Arbeitsorte, Branche, Position, Aufgaben, Dotierung … Selbst in Schumberdingen ob der Ems sind Sie mit Job glücklicher als joblos in Kreuzberg.
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Marschrichtung ändern: Nehmen Sie jetzt auch die Bewerbungswege, die Sie bisher vermieden oder vernachlässigt haben. Was Sie alles unternehmen können, steht in meinen Tipps auf jova-nova.com.
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Aufklärung verstärken: Recherchieren Sie nicht nur den Jobmarkt, sondern finden Sie auch Leute mit ähnlichem Profil wie dem Ihrigen. Verstehen Sie Ihre Konkurrenz. Analysieren Sie, was sie mitbringt. Schauen Sie, wie sie vorgeht.
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Mehr Kraft hineinlegen: Verschicken Sie vorerst kein Leistungsangebot mehr ohne flankierendes Telefonat – am besten, Sie rufen vor dem Versenden an.
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Disziplin halten: Unterbinden Sie jedes ablenkende Verhalten, was ehrlicherweise schon an Suchtverhalten grenzt. Falls Sie den Hang zum Game-, TV- oder Video-Junkie haben: Vollentzug! Falls Sie nicht nur den Frust in sich hineinfressen: Bringen Sie sich auf Ihr Idealgewicht.
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Moral bewahren: In Ihrer Wochenroutine bekommen Sport, Kultur, gute Lektüre, Musik, Kochen für Freunde und ähnliche schöne Dinge einen festen Platz. Arbeitslose erfahren die Zeit der Joblosigkeit als eine existentielle Beschneidung der Möglichkeiten. Das stimmt, wenn es ums Shoppen geht. Das ist falsch, wenn es um Horizonterweiterung und Charakterbildung geht. Wissen Sie, wie man an ermäßigte Karten für die Oper kommt? Finden Sie’s heraus!
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Tagesziele setzen: Setzen Sie sich täglich erreichbare Ziele: Tag für Tag etwas Gewicht abnehmen. Erst einmal tägliche ein paar Minuten länger joggen. Eine wöchentliche Aufgabenliste festlegen und abarbeiten.
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Im Takt bleiben: Zwingen Sie sich, früh aufzustehen und nicht zu spät ins Bett zu gehen. Bleiben Sie im Tagesrhythmus der werktätigen Klasse.
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Suchen Sie sich eine Beschäftigung, die Sie über eine Stunde am Tag vergessen macht, dass Sie auf Jobsuche sind. Warum nicht etwas Ehrenamtliches? Initiativen brauchen Sie!
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Belegen Sie ein Aufbaustudium oder absolvieren Sie eine Qualifizierung, die Sie weiterbringt. Recherchieren Sie unbedingt vorab, ob diese Qualifikation tatsächlich den Zusatznutzen bringt.
Und nicht vergessen: Sie müssen sich nicht selbst schinden oder zerknirscht sein, nur um der Welt zu zeigen, dass Sie voll arbeitsbereit sind. Sie sind ein prima Kerl, auch wenn Sie eine Weile ohne Job da stehen! Glauben Sie einem alten Bewerbungshelfer: Jeder findet irgendwann einen Brotberuf. Viele sogar den Traumberuf. Dran bleiben, nicht aufgeben und nicht immer nur dasselbe versuchen!
– You don't want to work on Maggie's farm no more; zuletzt überarbeitet: Berlin, 18.6.2009
Ich schreibe für den verständigen Leser. Halten Sie bitte auch mich auf dem Laufenden: über den Jobmarkt, über Ihre Bewerbungswege, Erfahrungen, Abenteuer und Erfolge. Was vermissen Sie auf jova.nova.com? Was sehen Sie anders? Ich freue mich über Ihr Feedback!
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