Sie hatten in den letzten Monaten viel zu viel um die Ohren, um sich auch noch ernsthafte Gedanken über Ihre berufliche Zukunft zu machen. Ihr schieres Überleben hat Ihre ganze Aufmerksamkeit und Kraft beansprucht. – Dass man nicht einmal mehr zum Nachdenken kommt, ist allerdings ein bedenklicher Umstand. Versuchen Sie doch, sich Ihr Vorankommen in den letzten Monaten bildhaft vorzustellen:
Sind Sie flott mit dem Strom geschwommen?
In der Mitte des Flusses, wo es besonders schnell voran geht?
Am Rand, wo man eher verweilt, sich auch einmal im Schilf und im dichten Wuchs verfängt?
Ziehen Sie in einer stillen Bucht vergnügt Ihre Kreise?
Haben Sie eigensinnig einen Seitenarm bis zum toten Ende erforscht?
Haben Sie versucht, flussaufwärts das Meer zu finden?
Ging es einen unbekannten, manchmal einsamen, aber stets vielversprechenden Lauf entlang, über Stromschnellen, Stufen und allerlei Hindernisse?
Lassen Sie sich einfach nur treiben? Oder sind Sie gestrandet? Liegen Sie Luft schnappend auf dem Trockenen? Was auch immer Sie vor sich sehen, wenn Sie Ihren Weg und Ihre Lage verorten: Behaupten Sie nicht einfach, Sie hätten sich verlaufen. Haben Sie den Mut, die Augen zu öffnen und sich einzugestehen, wo Sie jetzt gerade stehen!
Februar 2009; Text zuletzt überarbeitet: Berlin, 24.02.2009.