Motivationsblatt für Menschen, die sich verändern
“Ich arbeite mir Schwielen an die Hände und dann bin ich auf einmal die erste, die gehn muss”, hadert Christiane G. und fächelt sich mit Ihrer Bewerbungsmappe Kühlung zu. “Und jetzt soll ich mir wieder sechs Beine ausreißen, nur um wieder irgendwo unterzukommen.”
Warum leugnen? Der erste Zahn, die erste Liebe, der erste Jobverlust - das tut weh. Hadern Sie mit Ihrem Schicksal, zweifeln Sie an sich selbst, erklären Sie laut, dass sie dies alles nicht mehr mitmachen wollen. Früher oder später kommt aber der Zeitpunkt, an dem Sie wieder an sich arbeiten werden und genau dieses Motivationsblatt brauchen.
Die 10 Punkte handeln nur von Ihnen und nicht von der Ungerechtigkeit der Welt. Mein Rat an Arbeitslose: Beschäftigen Sie sich mit den gesellschaftspolitischen, ökonomischen, gewerkschaftlichen Aspekten der Arbeitslosigkeit. Problematisieren Sie Missstände und Fehlentwicklungen auf dem Arbeitsmarkt und diskutieren Sie Lösungsansätze. Solange Sie arbeitslos sind, tun Sie dies aber ausschließlich am Feierabend. Tagsüber haben Sie genug damit zu tun, an sich selbst zu arbeiten und eine neue Beschäftigung zu finden. Gut mit Ihnen meinen es viele. Sich persönlich wichtig zu nehmen bleibt ganz allein Ihre Sache. Jeder geht an sein Geschäft und Ihres ist Ihre berufliche Reintegration.
Nehmen Sie sich also das Motivationsblatt vor. Gehen Sie, wenn Sie nicht all zu sehr deprimiert sind, auch die ergänzenden Aufgaben durch. Das Arbeitsblatt Selbstverpflichtung ist die Variante des Motivationsblatts.
Ergänzende Aufgaben
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(zu 1)
Notieren Sie, welche wichtigen Weiterbildungen Sie mangels Zeit oder Eifer versäumt haben. Notieren Sie, womit Sie noch Ihr Geld verdienen könnten. Finden Sie die Knotenpunkte in Ihrem Leben und gehen Sie die damaligen Entscheidungswege noch einmal nach.
(zu 2)
Was schränkt Ihre Beweglichkeit ein? Wie lässt sich das ändern?
(zu 3)
Recherchieren Sie 10 Organisationen und machen Sie dort die Entscheider fest, die Ihre Bewerbung spannend finden werden. Apropos: Warum würden Sie sich einstellen? (Nur harte Fakten notieren!)
(zu 4)
Lassen Sie sich die nächsten 7 Tage täglich etwas anderes einfallen, das Ihre Umgebung nachweisbar positiv überrascht.
(zu 5)
Seien Sie doch einmal so nett und notieren Sie, was Sie selber alles für die tun, die Ihnen nahe stehen.
(zu 6)
Setzen Sie sich in den nächsten 14 Tagen aktiv von jedem in Ihrer Umgebung ab, der sich abfällig, skeptisch, negativ, pessimistisch, nörglerisch über Job, Kollegen, Vorgesetzte, Firma äußert.
(zu 7)
Kommen Sie einen Tag ohne Alkohol aus? Oder macht Ihnen der Gedanke allein schon zusätzlich Stress?
(zu 8)
Machen Sie eine Bestandsaufnahme: Was müssen Sie lösen? In welcher Reihenfolge? Was brauchen Sie dazu? Notieren Sie alle Ihre unlösbaren Probleme separat. Brüten Sie eine Weile darüber. Beschließen Sie dann, auf keinen Fall zu versuchen, sie in diesem Leben noch auf die Reihe zu kriegen.
(zu 9)
Nennen Sie auf Anhieb ein paar höchstpersönliche Schwächen, über die Sie ab und zu selbst lächeln müssen. Das schaffen Sie nicht? Oh-Oh.
(zu 10) Teilen Sie die Welt ab sofort nicht mehr in Meine Rechte und Pflichten der Anderen ein. Brüten Sie dafür über Meine Chancen und Meine Gelegenheiten.
Februar 2002; Text zuletzt überarbeitet: Berlin, 25.02.2009.
Ich schreibe für den verständigen Leser. Halten Sie bitte auch mich auf dem Laufenden: über den Jobmarkt, über Ihre Bewerbungswege, Erfahrungen, Abenteuer und Erfolge. Was vermissen Sie auf jova.nova.com? Was sehen Sie anders? Ich freue mich über Ihr Feedback!
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