Moderator: Willkommen beim offenen Chat mit dem Bewerbungshelfer Gerhard Winkler.
Gerhard Winkler: Schönen Abend alle zusammen und viel Vergnügen an unserer Chatrunde im Februar! Liebe Winterbewerber, ist es nicht prima, dass das derzeitige miese Wetter keine Ausrede zulässt, wenn es um die Erledigung von Bewerberaufgaben geht! Wir basteln vergnügt an unserem Bewerberprofil, lassen uns im Web entdecken, während draußen der Wind die Schneeflocken um die Laternen treibt. Wie haben Sie den Januar genutzt? Wo stehen Sie bei der Jobfindung?
Meine erste Frage an Sie: Machen Sie die Erfahrung, dass Jobanbieter sich sichtlich bemühen, das AGG Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz bei der Stellenbesetzung anzuwenden? Sind sie vorsichtiger geworden? Fairer, wenn es um die Bewerberauswahl geht?
Ph. K.: Wenn überhaupt, fühle ich mich als Noch-Hausmann eher ungleich behandelt: Ich suche nach drei Jahren als Hausmann den Wiedereinstieg ins IT-Berufsleben. Bereits die Personalabteilungen winken ab, wenn sie von den drei Jahren hören - damit sei ich quasi ungelernt. Dabei habe ich mich während der gesamten Zeit thematisch fit gehalten und bin absolut tagesaktuell. Wie komme ich wieder rein?
Gerhard Winkler: Rufen Sie an und schlagen Sie eine kostenlose Probearbeitswoche vor. Ein Probearbeitstag ist doch sehr kurz. Eine Woche zum Testen sollte reichen, damit beide Seiten einen Erkenntnisgewinn davontragen.
Kevin2000: Schönen Guten Abend! Ich habe mir neulich die Frage gestellt, wie ich denn eine Initiativ-Mail verfasse, wenn der Ansprechpartner partout nicht ans Telefon zu bekommen ist.
Gerhard Winkler: Initiativbewerbungen sind ebenso Antworten auf einen Bedarf an qualifiziertem Personal wie die üblichen Bewerbungen auf Jobanzeigen. Sie texten ein Initiativschreiben als eine in ein Leistungsangebot verpackte Leistungsbilanz. Wie läuft es bei Ihnen? Sind Sie in der heißen Bewerbungsphase?
Kevin2000: Ich für meinen Teil suche seit Jahresbeginn. Also: JA!
Gerhard Winkler: Wie haben Sie den Januar genau verbracht?
Kevin2000: Ich habe den Januar als 40-Stunden-Woche für Bewerbungen, CVs an Headhunter, Jobportale und jede Menge Telefonate organisiert.
Gerhard Winkler: Wie haben die Headhunter auf Ihre Kontaktaufnahme reagiert?
Kevin2000: Mäßig. Die, mit denen ich schon einmal zu tun hatte, haben zumindest reagiert, mit einem Vermittler habe ich mehr telefoniert als mit manchem Kunden, aber 3/4 senden einen Standardtext und "kommen auf mich zu, wenn es Vakanzen für mein Profil gibt".
Gerhard Winkler: Ich würde, wenn ich sowieso etwas mehr Zeit hätte, versuchen, einen Gesprächstermin bei Headhuntern zu bekommen. Man übt die praktische Selbstvermarktung ein, erhält tagesfrische Tipps und Einschätzungen und vielleicht überzeugt man so sehr, dass der Vermittler für einen das kleine Quäntchen mehr tut.
Kevin2000: Okay, danke für den Tipp! Ich hätte noch etwas anderes: Hatte letzte Woche bei einer kleinen Agentur (20+ Arbeitnehmer) ein Vorstellungsgespräch mit den beiden Geschäftsführern. Am Folgetag habe ich dann eine Dreizeiler-E-Mail hinterhergeschickt nach dem Motto Noch einmal vielen Dank für Zeit und das spannende Gespräch - korrekt oder eher nervig bei vielbeschäftigten Menschen???
Gerhard Winkler: Machen Sie beim nächsten Mal einen Sechszeiler draus und wiederholen Sie Ihren Anspruch auf den Job, Ihre Begeisterung und Ihre zwei, drei Hauptargumente. Nerven gehört zum Bewerben ebenso, wie Espresso zum Agenturalltag gehört.
Tobo: Meine Frage hat nur indirekt etwas mit Bewerbung zu tun: Ich bin in einem Unternehmen mit 1200 Mitarbeitern beschäftigt, mein Chef hat das Unternehmen verlassen. Defacto erledige ich jetzt seine Aufgaben. Die Geschäftsführung sagte mir bereits, dass sie mit meiner Arbeit hochzufrieden sei. Kann ich in einem Gespräch mit der Geschäftsführung einfach gerade heraus fragen was man tun muss, um in der Firma voranzukommen bzw. um mehr Verantwortung zu übernehmen? Oder ist so viel "Offenheit/Direktheit" zuviel des Guten?
Gerhard Winkler: Wenn Sie um ein Mitarbeitergespräch bitten, hat der Geschäftsführer für Sie keine Zeit. Bitten Sie dennoch. Falls Sie merken, Sie bekommen keine Redezeit, stellen Sie ein knackig-kurzes Dossier mit Ihren letzten Leistungen zusammen. Das lassen Sie auf den Schreibtisch des Geschäftsleiters legen, zusammen mit einer schriftlichen Bitte, dass man mit Ihnen über Ihre Stelleneinstufung redet. Warten Sie ab, wie man reagiert und sammeln Sie in der Zeit Ihre Argumente für eine Beförderung. Falls man das ablehnt, obwohl Sie praktisch in die Rolle des Ex-Vorgesetzten geschlüpft sind, suchen Sie sich einen neuen Job, irgendwo, wo man Können angemessen honoriert.
Tobo: Mitarbeiter-Gespräche laufen bei uns mit dem Vorgesetzten, aber nicht direkt über die Geschäftsleitung.
Gerhard Winkler: Ja, klar. Nur, wenn der direkte Vorgesetzte den Hut genommen hat, braucht man einen neuen Ansprechpartner.
Tobo: Das mit dem Vorgesetzten ist mein Problem. Ich habe einen neuen Chef bekommen, der aber keine Ahnung von meinem Aufgabengebiet hat. Außerdem ist er ziemlich ausgelastet; deshalb lässt er mich schalten und walten. Nur sollte ich langsam auch weitergehende Befugnisse bekommen. Und daran scheitert es.
Gerhard Winkler: Ihr Boss hat ein Informationsdefizit. Drängen Sie ihm diese Erkenntnis nicht auf - er ist sowieso überlastet und versperrt Augen und Ohren vor allem, was nicht akut ist. Suchen Sie viele kurze Gespräche, suchen Sie den unaufdringlichen, aber häufigen Kontakt und informieren Sie ihn nach und nach über Ihre Aufgaben, Leistungen und über Ihren Anspruch!
Tobo: Wäre es auch möglich, ein Gespräch mit dem Chef meines Chefs zu ersuchen oder raten Sie von einem solchen Vorgehen ab (zum Beispiel weil sich der Chef übergangen fühlt)?
Gerhard Winkler: Übergehen Sie Ihren direkten Vorgesetzten nur dann, wenn Sie ein WIRKLICH gravierendes Fehlverhalten zu melden haben. Ansonsten halten Sie sich an den Berichtsweg.
Kevin2000: @Tobo/Gerhard Winkler: Kommt denn ein Mitarbeiter-Gespräch nicht einem Zwischenzeugnis gleich, auf das man einen Anspruch hat?
Gerhard Winkler: Regelmäßige Mitarbeitergespräche werden betriebsintern geregelt, aber die Praxis zeigt, dass viele Beteiligte sie so bereitwillig wahrnehmen wie einen Zahnarzttermin. In vielen Tarifverträgen wird ein Anspruch auf Mitarbeitergespräche festgeschrieben.
Silvia G.: Guten Abend, Herr Winkler. Ich habe eine Frage. Ich bin Studentin und bewerbe mich gerade für diverse Redaktionsvolontariate (Zeitschriften, TV, Radio). Dabei fallen Kosten an (Bewerbungsmappen, Porto, Copyshopgebühren. etc.). Gibt es eine Möglichkeit vom Arbeitsamt Teile der Bewerbungskosten zurück erstattet zu bekommen? Wissen Sie dazu Näheres? Vielen Dank. Silvia
Gerhard Winkler: Damit die Agentur für Arbeit Ihre Bewerbungskosten übernimmt, müssten Sie arbeitslos gemeldet sein. Möchten Sie das Studium aufgeben?
Silvia G.: Nein, ich befinde mich in der Endphase und schreibe an meiner Magisterarbeit und werde im Sommer fertig.
Gerhard Winkler: Sie studieren gewiss etwas in der Kombination Geistes - Kultur - Sprach - Kommunikation + Wissenschaften. Gehen Sie jetzt schon zum Hochschulteam Ihrer lokalen Agentur und lassen Sie sich einen Beratungstermin geben. Die sind auch wenig bürokratisch, wenn es um echte Unterstützung geht.
Silvia G.: Ja, ich studiere Germanistik. Also ich wende mich an das Hochschulteam der Greifswalder Agentur und erfahre dann dort mehr über mögliche Unterstützung, ja?
Gerhard Winkler: Falls es dort ein Team gibt - wenn nicht, dann müssen Sie in die nächste größere Uni-Stadt. Was sind denn Ihre Themen und Schwerpunkte?
Silvia G.: Im Hauptfach studiere ich Germanistik mit dem Schwerpunkt Neuere Deutsche Literatur und in den Nebenfächern Philosophie und Kunstgeschichte. Die Magisterarbeit schreibe ich über Hesses Siddharta.
Gerhard Winkler: Siddhartha hatte gelernt, wie man Geschäfte macht, wie man seine Macht über andere nutzt … keine gute Anleitung für die Karriere in der westlichen Welt.
Stefan: Hallo Herr Winkler! Ich habe zwei Fragen und hoffe auf Ihren fachkundigen Rat. Zunächst zur ersten: Ich studiere und habe mittlerweile 3 Stipendien. Weiterhin wurde ich in das Förderprogramm eines bekannten Unternehmens aufgenommen. Zunächst hatte ich Stipendien innerhalb des Abschnitts meines Studiums und das Förderprogramm beim Praktikum aufgeführt. Dies empfinde ich aber als etwas unübersichtlich. Zudem beende ich im Moment mein Bachelorstudium und gehe in den Master über. Die Stipendien müsste ich daher auf die Abschnitte aufteilen - auch nicht gerade übersichtlich. Wäre in Anbetracht dessen eine eigene Kategorie für Stipendien und Auszeichnungen angebracht? Wie soll ich sie benennen und kommt sie ganz unter alle anderen Punkte im Lebenslauf?
Gerhard Winkler: Lieber Stefan, ich ordne Stipendien immer in das Studium ein, unter den Schwerpunkten oder unterhalb eines Subeintrags zum Auslandsstudium. Fordern Sie parallel zum Chat einen Beispiellebenslauf bei mir an (gwinkler@jova-nova.com). Auch das Förderprogramm würde ich zum entsprechenden Praktikum einordnen. Eine eigene Rubrik könnte man AUSZEICHNUNGEN oder FÖRDERUNGEN nennen. Aber wie gesagt, ich schaffe es immer, die Stipendien etc. so einzuordnen, dass das Ganze noch übersichtlich bleibt: Rücken Sie solche Dinge unterhalb des Haupteintrags ein!
Stefan: Vielen Dank für Ihre Antwort, Herr Winkler! Nun zur zweiten Frage, diese ist etwas kürzer: Ich schreibe meine Bachelorarbeit zwar an einem Institut der Uni, aber im Rahmen eines Forschungsprojektes eines großen Unternehmens. Es handelt sich also um eine Praxisarbeit, die auch Besprechungen mit Konstrukteuren dieses Unternehmens etc. einschließt. Wie kann ich dies im Lebenslauf unterbringen? Im Abschnitt des Studiums oder doch (gesondert) unter Berufliche Praxis?
Gerhard Winkler: Vielleicht so:
seit 12.2009
Bachelorarbeit (bei Winklerwerke gGmbH, Stuttgart): Der Einsatz von Kostensenkungsmaßnahmen in der Konstruktion
Vielleicht können Sie den Titel des Forschungsprojekts notieren und einige Erläuterungen geben. Sie sind frei, alle die Informationen auszuwählen und zu präsentieren, die für Ihre besondere Jobeignung sprechen!
Stefan: Und diesen Punkt ("Bachelorarbeit (bei xxx): ...") führe ich unterhalb des Studiums auf, korrekt?
Gerhard Winkler: Ja, unterhalb des Haupteintrags:
seit 09.2004 Studium der Elementarphysik, Universität Freiburg
H.M.: Mich treibt etwas um: Das beste Anschreiben ist ja nichts wert, wenn man wenig anzubieten hat. Ich habe meine Ausbildung wenig glorreich abgeschlossen (Note 3,7) und zudem in den Abschlussbeurteilungen ein paar wenig hilfreiche Formulierungen stehen. Wie nun mit diesen Noten umgehen? Allgemeine Ausreden (Prüfungsangst o. ä.) oder schonungslose Offenheit, gepaart mit Beteuerungen, durch bedingungslosen Einsatz alles wett zu machen? Bisher ist mir dazu keine Strategie eingefallen.
Gerhard Winkler: Haben Sie eine betriebliche Ausbildung absolviert?
H.M.: Sozusagen: ein Referendariat.
Gerhard Winkler: Noten sind nur ein Teil des Ganzen. Klar, mit mittelprächtigen Zeugnissen kommen Sie als Anwalt nicht bei den großen Sozietäten unter, aber Sie haben doch alle Möglichkeiten, durch Spezialthemen, besondere Leistungen, Wissen und Können, Engagement, Persönlichkeit etc. zu glänzen.
H.M.: Spätestens im Vorstellungsgespräch wird man mich ja darauf ansprechen und fragen, wie es dazu kam. Wenn ich dann anfange, von anderen Leistungen zu erzählen, wird man mich vermutlich schräg anschauen.
Gerhard Winkler: Da bleibt die alte Aufforderung, die man stellt, wenn man von seinem Können überzeugt ist: "Geben Sie mir doch ein paar Aufgaben und prüfen Sie, ob ich die zu Ihrer Zufriedenheit löse."
C_S: Hallo Herr Winkler. Ich befinde mich im Moment in der Bewerbungsphase. Leider habe ich von vielen Unternehmen keine Rückmeldung bezüglich meiner Unterlagen bekommen. Meine Vermutung, dass ich keine Rückmeldung bekomme, basiert auf meinem durchschnittlichen Diplom. Daher meine Frage: soll ich zu Beginn nur mein Anschreiben und CV schicken? Wenn Interesse von Seiten des Unternehmens besteht, werden diese doch Zeugnisse anfordern?!
Gerhard Winkler: C_S heißt doch nicht CHRONISCH_SCHULDBELADEN? Wegen eines durchschnittlichen Diploms? Die meisten Diplome sind durchschnittlich. Wenn sich niemand rührt, dann rufen Sie an und fragen Sie, ob der Stellenbesetzungsprozess gerade winterbedingt eingefroren ist. Und ein Argument, das Sie haben, ist sicher der Preis. Sie sind als Einsteiger naturgemäß günstiger zu haben als ein Profi.
C_S: Lieber Herr Winkler, Sie sind meiner Frage elegant ausgewichen ;) Leider wurde ich bisher bei keinem Gespräch darauf aufmerksam gemacht, wie viel meine Mitbewerber verdienen wollten. Von daher ist die Aussage, dass ich "billiger zu haben bin" doch obsolet. Für eine hilfreiche Antwort wäre ich dankbar.
Gerhard Winkler: Lieber C_S: Sie wurden eingeladen, das heißt, man hat Sie für prinzipiell tauglich befunden. Da müssen Sie ansetzen und Punkt für Punkt nachweisen, dass Sie es bringen.
Luna: Grüezi Herr Winkler, tolle Idee, Ihr Chat! Ich bin das erste Mal dabei und habe eine Frage: Wann sollte ich bei einer Firma anfragen, ob ich meinen Hund mit auf die Arbeit bringen kann? Schon im Anschreiben, im Vorstellungsgespräch oder sollte ich dies sogar schon abklären (z. B. telefonisch), bevor ich mich überhaupt bewerbe?
Gerhard Winkler: Luna, schicken Sie mir ein Foto von Ihrem Hund am Arbeitsplatz! Apropos, wo steckt meiner? Ich würde immer vorab anrufen, mich vorstellen und dann den Hund erwähnen. Was ist Ihr Job? Wie groß ist Ihr Doggie?
Luna: Ich bin Betriebswirtin und habe leider kein Bild von Hundi am Arbeitsplatz, kann Ihnen höchstens eines von Luna im Körbchen schicken, da mein Arbeitsvertrag ausgelaufen ist und ich gerade einen neuen Job suche. Aber sie ist ein prima Hund zum Mitnehmen. Nicht wirklich handlich, da sie 70 cm bis zur Schulter misst (noch im Wachstum, ist erst 11 Monate), aber sie schläft die ganze Zeit oder beschäftigt sich selbst. Ging prima, obwohl wir in einem Großraumbüro waren. Sie bellt nicht und ist super brav. Leider könnte die Größe des Mondkalbes im Vorhinein abschreckend wirken. Aber das werde ich dann vorab telefonisch abklären.
Gerhard Winkler: Ich drücke Ihnen beide Daumen, dass Sie einen hundefreundlichen Arbeitgeber finden!
Luna: Es ist lieb, dass Sie uns die Daumen drücken. Können wir brauchen! Falls Hundi nicht mitkann, gehe ich eben nur 50 %.
Otto: Hallo Hr. Winkler, ich habe folgendes Dilemma. Ich habe vorgestern eine neue Stelle angenommen. Nun hat sich ein weiterer Arbeitgeber gemeldet, bei dem ich mich beworben hatte und will mich zu einem Gespräch einladen. Es ist genau der Arbeitgeber, der meine Nummer eins war. Nun habe ich aber frisch angefangen und scheue mich, etwas gleich wieder aufzuhören, obwohl das Angebot bestimmt besser zu mir passt.
Gerhard Winkler: Zwingen Sie sich zu der für Sie schmerzhaften Entscheidung und bleiben Sie da, wo Sie Tag 1 schon hinter sich gebracht haben. Plaudern Sie noch einmal nett mit dem Traumarbeitgeber, speichern Sie die Kontaktdaten ab, vielleicht ist der Ansprechpartner auch bei XING - Globales Networking für Geschäftsleute, dann kennen Sie dort einen, der Sie schon einmal fast eingekauft hätte.
Otto1: Würde ich mich nicht schwarz ärgern, wenn ich den Traumjob nicht nehme?
Gerhard Winkler: Sie sind kein Hellseher, aber Sie waren vom Arbeitgeber 2 so angetan, dass Sie bei ihm angeheuert haben. Gehen Sie in sich: Sind die Vorzüge des anderen Arbeitgebers wirklich so groß?
C_S: Nachdem ich die Ratschläge von Ihrer Seite beherzigt habe und sich in meinem Anschreiben aktuell nur noch belegbare Fakten befinden, wurde ich auch des Öfteren zu Vorstellungsgesprächen eingeladen. Leider hat es aber dann nie zum gewünschten Job gereicht. "Mangelnde Berufserfahrung" (ich bin frischer Uni-Absolvent). Gibt es eine Möglichkeit, diese "mangelnde Berufserfahrung" auszugleichen? Wie kann ich mich als Absolvent mit Bewerbern messen, welche Berufserfahrung vorweisen können?
Gerhard Winkler: Kontern Sie im Gespräch mit einem niedrigen Einstiegspreis. Wenn Sie bis ins Interview gekommen sind, müssen Sie doch zunächst einmal überzeugt haben.
MG: Guten Abend aus Russland. Hier schneit es auch kräftig...
Gerhard Winkler: Hallo MG, wie läuft Ihr Job in Russland? Sind Sie zufrieden?
MG: Nein, ich möchte wechseln - deswegen bin ich hier. Herr Winkler, ich bin im Ausland tätig, und hier ist es nicht üblich, Arbeitszeugnisse auszustellen. Mein voriger Arbeitgeber wäre sicher bereit, mir zumindest ein Empfehlungsschreiben auszustellen - und ich "dürfte" das wahrscheinlich sogar selbst verfassen. Würden Sie empfehlen, das an die in Deutschland übliche Form für ein Zeugnis mit entsprechenden Formulierungen anzupassen (ich will nach DE zurück) oder lieber "frei formulieren" in der Landessprache?
Gerhard Winkler: Auch ein Empfehlungsschreiben eines Arbeitgebers aus einem anderen Land sollte die Position, die hierarchische Einordnung, die Aufgaben, Erfolge, Weiterbildungen verzeichnen, aber es braucht doch nicht ein Klon eines deutschen Arbeitszeugnisses zu sein!
Hr. Lenz: Hallo Herr Winkler, mein Lebenslauf ist entgegen Ihrer Tipps nur eine Seite lang, was auch darauf zurückzuführen ist, dass ich seit meinem Studium 11 Jahre lang nur bei einem Arbeitgeber tätig war. Ist das ein Makel?
Gerhard Winkler: Nö, aber gehen Sie in sich und prüfen Sie, ob der Lebenslauf wirklich alles verzeichnet, was ein Jobanbieter braucht, um Ihre Befähigung und Ihr Leistungsversprechen zu beurteilen.
H.M.: Vielen Dank für die Tipps und einen schönen Abend noch.
Kevin2000: Von meiner Seite Vielen Dank. Hat mir sehr geholfen. Schönen Abend noch!
Silvia G.: Vielen Dank und einen schönen Abend noch :-)
Ich schreibe für den verständigen Leser. Halten Sie bitte auch mich auf dem Laufenden: über den Jobmarkt, über Ihre Bewerbungswege, Erfahrungen, Abenteuer und Erfolge. Was vermissen Sie auf jova.nova.com? Was sehen Sie anders? Ich freue mich über Ihr Feedback!
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