Moderator: Willkommen beim offenen Chat mit dem Bewerbungshelfer Gerhard Winkler.
Gerhard Winkler: Die Arbeitslosigkeit ist heute auf dem niedrigsten Stand seit 20 Jahren, der DAX schließt heute mit 1,04 % im Plus ab, Sturm Uli fegt übers Land ... und ich habe mir fest vorgenommen, auch Fragen zu Hausbau und Kredit sofort zu beantworten ... Guten Abend! Wir starten in die erste Chatrunde des Jahres für fixe Jobfinder! Traditionsgemäß stelle ich auch eine Frage an Sie: Wie definieren Sie den Begriff Hands-on-Mentalität? Sie wissen sicher, in Jobofferten sucht man manchmal Leute mit einer ausgesprochenen Handaufleger-Mentalität.
lars: Hands on heißt einfach, dass man proaktiv an die Arbeit ran geht. Nicht zögert, schwierige Dinge anzupacken.
Gerhard Winkler: Ja, aber im Jobinterview müssen Sie darüber reden, im Anschreiben sich vielleicht darüber auslassen. Wie beweist man sein pragmatisches und handlungsorientiertes Arbeitsverhalten?
Michael: Hands-on-Mentalität: Indem man sich Aufgaben selbst generiert, wenn kein Tagesgeschäft vorhanden ist und man dadurch Interesse und Engagement zeigt!
Gerhard Winkler: Na, Herumhüpfen im Krisenfall, das ist weniger Hands-on-Mentalität als ein Ausbruch von Nervosität.
Frank: Mit Täter meine ich etwas süffisant den Anpackertyp, hinsichtlich der Hands-on-Mentalität.
Gerhard Winkler: Den Begriff Täter hört man in Wirtschaftskreisen nicht so gern.
Vroni: Hands-on-Mentalität: das geplante Vorhaben praktisch umsetzen können.
Gerhard Winkler: Auf der nicht geeichten Aktivitätsskala Kracher – Macher – Besserwisser – Beiseitesteher siedeln Sie Hands-on-Mentalität wo an?
Daniela: Hallo Herr Winkler, vielen Dank für die Möglichkeit, auf diese Weise Bewerbungstipps zu bekommen. Zu meiner Frage: Ich habe im Januar einige Vorstellungsgespräche im Öffentlichen Dienst. Wie sinnvoll ist es in dieser eher konservativen Branche, mit einer offensiven Strategie in diese Gespräche zu gehen (z. B. selbst das Gespräch beginnen usw.)?
Gerhard Winkler: Liebe Daniela, seien Sie charmant, zuvorkommend, offen und freundlich. Doch starten Sie nie von sich aus ein Vorstellungsgespräch. Unterbrechen Sie keinen Gesprächspartner. Ergreifen Sie nie auf eine offensichtliche Weise die Initiative. Sie können Ihre Themen subtil einbringen und Ihre Agenda (Nachweis der Jobeignung, Vertrauensbildung, Konsensfindung) höflich und unaufdringlich durchsetzen - doch ein Jobinterview ist nicht der Ort, um indirekte Gesprächssteuerung erst einmal einzuüben. Mit anderen Worten: Fallen Sie nicht aus der Rolle.
Daniela 34: Vielen Dank für die Beantwortung meiner Frage. Eine weitere hätte ich noch: Ist es sinnvoll wegen einer Absage nach einem Vorstellungsgespräch nach den Gründen zu fragen? Mit wieviel Ehrlichkeit kann ich rechnen?
Gerhard Winkler: Rechnen Sie mit null Aufrichtigkeit. Jobanbieter müssen in diesem Punkt doch auch nicht ehrlich sein - und wenn sie es sind, öffnen sie das Tor für die tolldreisten Entschädigungsritter mit der AGG-Keule. Arbeitgeber sind allein aus Gründen des Selbstschutzes in diesem Punkt überhaupt nicht mitteilsam. Klar kriegt man die manchmal rum, dass sie off the record etwas zu den vertrauensverhindernden Schwachstellen in der Bewerber-Performance sagen - dazu müssen sie aber ihren Selbsterhaltungstrieb verleugnen und sich aufs juristische Glatteis begeben ... warum wollen Sie arme Arbeitgeber dazu provozieren? Das Herz hat seine eigenen Gründe und ein Arbeitgeber auch. Wollen Sie erfahren, dass Ihre Art ihn an die grässliche Tante aus dem Nordend erinnert? Dass Sie zweimal zu oft von meiner Hands-on-Mentalität gesprochen haben? Dass der Betriebsrat Sie für unterqualifiziert hält? Analysieren Sie direkt im Anschluss an ein Gespräch Ihr Redeverhalten, Ihre Argumente, Ihre Eingeständnisse, Ausflüchte und Missgeschicke.
Dodo: @Daniela 34: Das Einzige was nach einer Absage gefragt werden sollte, ist, an wem man sich wenden muss, um die Fahrtkosten für das Vorstellungsgespräch zurückzubekommen ;-)
Gerhard Winkler: Sofern das Unternehmen nicht die Übernahme von Fahrtkosten vorab ausgeschlossen hat.
lars: Ich hatte letztens ein Vorstellungsgespräch, welches eigentlich gut gelaufen ist, beim öffentlichen Dienst. Leider habe ich dann eine Absage erhalten. Von einem Kollegen habe ich erfahren, dass teilweise Stellen ausgeschrieben werden, die schon sehr wahrscheinlich intern vergeben sind. Bekommt man das denn bei einem Anruf heraus, wenn man generell nachfragt. Man möchte sich keinen unnötigen Aufwand machen, was bei mir letztens leider der Fall war..
Gerhard Winkler: Erfragen Sie das nicht - genau so gut könnten Sie Herrn Wulff um Auskunft bitten, ob er im Verhältnis zu Banken und Groschenblattmachern tatsächlich auf eine Vorzugsbehandlung spekuliert hat. Sie wurden eingeladen - gehen Sie hin und glänzen Sie! Wenn Sie sich der Frage widmen, ob dieses Stellenbesetzungsverfahren wieder nur ein Fake ist, werden Sie nur paranoid. Everybody in this room is acting uniformly, don't kid yourself.
lars: Aber es ist doch sinnvoll, sich im Vornherein zu informieren. Gerade als Bewerber in Zeitnot ist jeder Tag ohne festen Job und mit geringer qualifizierten Nebenjobs ein gewisser Verlust, da man sich von dem eigentlichen Jobziel entfernt.
Gerhard Winkler: Ja, aber wenn Sie beim ersten Kontakt erfragen, ob die Ausschreibung ernst gemeint ist, werden Sie nie Bundespräsident. Es ist das gegenseitige Risiko, auf das man sich einlässt: Meint die Gegenseite es wirklich ernst oder taktiert sie nur herum? Dagegen gibt es keine Versicherung und keinen Schutz.
Zoe: Hallo und frohes neues Jahr! Ich hatte in letzter Zeit ein paar Vorstellungsgespräche, bei denen man meine Unterlagen wohl nicht sehr genau angeschaut hatte, bevor man mich einlud. Daher war das Vorstellungsgespräch dann auch ein einziger Aha-Effekt auf Seiten des Arbeitgebers und anschließend bekam ich eine Absage. Jetzt überlege ich, ob ich zukünftig grundsätzlich um einen anderen Termin bitten soll, um so zu testen, ob ich dem Arbeitgeber wirklich so wichtig bin, dass sich eine Reise zum Vorstellungsgespräch überhaupt lohnt. Denn wenn im Vorstellungsgespräch noch nach Dingen gefragt wird, die schon auf der ersten Seite im CV exakt erläutert sind und auch im Anschreiben, dann sage ich mir, wird einfach das Upside-down-Programm gefahren: erst mal alle einladen und dann weitersehen, anstatt erst auswählen und dann einladen! Was meinen Sie, ob meine Idee sinnvoll ist?
Gerhard Winkler: Zoe: Das, was Sie schildern, belegt für mich, dass ein Rekrutierer seinen eigenen Job UND AUCH SIE ALS BEWERBERIN sehr ernst genommen hat. Im Jobinterview thematisiert ein Arbeitgeber doch 1. den Job und die Organisation. 2. Ihre Lern- und Leistungsgeschichte, Ihre Motivation, Ihre Beschränkungen und Bedingungen. Sie sollten darum Ihren Lebenslauf, Ihre Geschichte, Ihre Daten, Ihre Argumente, Ihre Visualisierung der Jobpflichten, Ihre Forderungen vor einem Interview noch besser drauf haben als Ihr Bewerbungsberater (selbst, wenn er Winkler heißt).
In der Gesprächsvorbereitung für meine Klienten leite ich aus dem Lebenslauf 60 bis 80 Fragen ab! Das kann jeder auch für sich tun! Und dann natürlich hammerharte Antworten darauf finden! Wenn es keine Standardfragen sind, wenn es keine abwegigen Fragen sind, dann sind alle Fragen im Jobinterview wichtige Fragen zu Ihrem Werdegang, Ihren Leistungen, Ihrem Verständnis des Jobs, Ihren Einschränkungen, Ihren Konditionen - Rekrutierer brauchen dazu den Lebenslauf!
Zoe: Das sehe ich auch so, nur finde ich es unverschämt, wenn auf meiner ersten Seite schon drauf steht, dass ich verhandlungssicher Englisch und Französisch kann, und ich dann noch gefragt werde, ob ich überhaupt Englisch oder Französisch kann! Ich finde, das zeigt, dass man sich überhaupt nicht meine Unterlagen angesehen hat. Und ich muss dann zu einem solchen Vorstellungsgespräch hunderte Kilometer für die Katz, weil mein Gegenüber mich wohl völlig unterschätzt hat - unnötigerweise, da er ja alle Infos hatte! Am Ende bekomme ich dann noch nicht mal die Fahrtkosten erstattet.
Gerhard Winkler: Wenn man Sie fragt, wie fit Sie in einer Fremdsprache sind, antworten Sie in der Fremdsprache – holen Sie gern etwas länger aus. Das Interview dient dazu, das Vertrauen von misstrauischen Menschen zu gewinne, sie von ein paar grundlegenden Dingen (ich kann es, ich will es, ich bin wie Du, Du kannst mir vertrauen) zu überzeugen und zumindest weiter im Rennen zu bleiben. Sie haben also klare Aufgaben. Halten Sie sich nicht damit auf, sich über Fragen oder ein Verhalten zu wundern. Personaler sind für Sie Co-Akteure und damit Stichwortgeber, keine Antagonisten. Sie haben doch mit Englisch und Französisch zwei tolle Stichwörter serviert bekommen!
Zoe: Ich will halt mit meiner Terminverlegung testen, ob der Arbeitgeber sich überhaupt meine Unterlagen angesehen hat, bevor er mir die Einladung schickte.
Gerhard Winkler: Nein, bitten Sie niemals um eine Terminverlegung, außer aus wirklich wichtigem Grund!
Zoe: Vielen Dank, werde ich zukünftig so machen.
Frank: Sehr geehrter Herr Winkler, meine Firma musste Insolvenz anmelden. Aus diesem Grund würde ich gerne wieder Ihren Optimierungsdienst in Anspruch nehmen. Haben Sie noch freie Kapazitäten in naher Zukunft?
Gerhard Winkler: Füttern Sie mich mit den aktuellen Daten und ich pflege sie in den Lebenslauf ein! Das Anschreiben texte ich fix für Sie!
lars: Hallo Herr Winkler, ich bin derzeit auf Jobsuche und möchte baldmöglichst auf Fachmessen gehen, um dort meine Chancen zu erhöhen, interessante Unternehmen besser kennenzulernen und Einstiegsmöglichkeiten auszuloten. Haben Sie generell irgendwelche Tipps, wo ich im Internet gute Messeseiten speziell für Berufseinsteiger finde und wie ich mich gut vorbereiten kann?
Gerhard Winkler: Es gibt eine paar große und viele kleine, die von (Career Centern der) Unis veranstaltet werden. Versuchen Sie, an relevante Gesprächspartner heranzukommen. Oft tummeln sich da junge, zum Messedienst abkommandierte Einsteiger oder angeheuerte Hilfskräfte herum.
lars: Woran kann ich erkennen, ob ein Trainee-Programm tatsächlich qualifizierend für den nachfolgenden Job als Fachkraft ist? Zum Beispiel habe ich eine Stellenausschreibung für ein 24- monatiges Trainee-Programm gesehen, was mir etwas lang scheint. Was ist noch wichtig als Voraussetzung für eine hochwertige Traineestelle, um nicht "hingehalten" zu werden?
Gerhard Winkler: Recherchieren Sie im Web, starten Sie Anfragen in Communities, fragen Sie direkt telefonisch nach, wieso die Ausbildung so lange dauert. Ist es ein Top-1000-Unternehmen, dann werden die 24 Monate ziemlich sicher eine tolle Sache.
lars: Heute habe ich so viele viele Fragen. Kennen Sie das ILS-Institut? kann ich mich auf die Anerkennung der dortigen Fernlehrgänge bei zukünftigen Arbeitgebern verlassen?
Gerhard Winkler: ILS gehört ja zu den eingeführten Anbietern – recherchieren Sie dennoch im Web. Unabhängig von der Güte der Ausbildung haben viele Leute ein Problem, nach Ihrer Qualifizierung die Zertifikate und Abschlüsse im Job auch zu versilbern. Wenn man im Job ist, ist es gut, Lern- und Weiterbildungspläne mit dem Vorgesetzten zu besprechen, bevor man sich einschreibt.
lars: Was meinen Sie mit "eingeführte Anbieter"? Renommiert?
Gerhard Winkler: Klar, die gibt es doch schon ewig! OK, erst seit 1977 …
Anni B.: Guten Abend Herr Winkler. Ich bin Diplom-Sozialpädagogin und arbeite derzeit in einer Kita, habe in den letzten 7 Jahren seit meinem Studium in verschiedenen Bereichen der sozialen Arbeit gearbeitet. Fazit: ich möchte umsatteln aus verschiedenen Gründen. Für mich stellt sich die Frage, ob ich noch einmal mit einer Ausbildung anfange oder ob es Chancen gibt über einen Quereinstieg? Ich interessiere mich für den Bereich Handel bzw. würde mich dieser Tage um eine Ausbildung zur Handelsfachwirtin bewerben. Soll ich in den Firmen, die mich interessieren, nach Möglichkeiten eines Quereinstiegs telefonisch fragen, auch wenn ich keinerlei Vorerfahrungen im Bereich Handel/Wirtschaft habe?
Gerhard Winkler: Sie kommen aus dem sozialpädagogischen Bereich, haben also studiert. Die Handelsfachwirtin packen Sie mit Ihrer Hands-on-Mentalität. (Kein Witz, in Ihrem Job entwickelt man eine gewisse Resolutheit.) Überlegen Sie, wie Sie ihre Erfahrung, Ihre Ausbildungen später dann kombinieren können - kaufmännische Leitung von nicht-gewerblichen Organisationen zum Beispiel. Einen Ausbildungsplatz werden Sie finden! Spielen Sie Ihre Sozialkompetenz aus.
Anni B.: Also soll ich den Weg über eine erneute Ausbildung einschlagen?! Noch kleinere Fragen zum Lebenslauf: schreibe ich eine Mitgliedschaft in einer Gewerkschaft hinein? Und an welcher Stelle schreibe ich (wenn überhaupt), dass ich bereits Dienstpläne erstellt habe und eine Statistik erhoben und ausgewertet habe? Schicke Ihnen meine Unterlagen zur Durchsicht dieser Tage eventuell einmal zu oder ist eine rasche Bearbeitung aussichtslos?
Gerhard Winkler: Sie wollen sich verändern, Ihr Kompetenzprofil neu aufbauen, Ihrem (beruflichen) Leben eine neue Richtung geben. Sind Sie bereit, wieder auf die Lernerseite zu wechseln? Dann ziehen Sie das durch!
Was Sie alles in den Jobs gemacht haben: Dienstpläne, statistische Auswertungen etc., das ordnen Sie den jeweiligen Jobstationen zu. Aktuellere Jobs mehr unterfüttern, ältere Jobstationen eher kurz halten, wenn die Beschreibung Ihrer damaligen Hands-on-Aktivitäten nicht auf die jetzige Jobeignung verweist.
Mitgliedschaft in Gewerkschaft: Nur dann angeben, wenn aktives Engagement und der Name der Gewerkschaft den Ausbilder oder Arbeitgeber nicht verstört.
Anni B.: Vielen Dank, das hat mir erstmal sehr weitergeholfen. Und ja, ich bin bereit noch einmal zu lernen, denn ich denke auch, die Kombination aus meinem Studium und der Ausbildung eröffnet mir am Ende einen großen Wirkungsbereich. Denke daran, selber als Ausbilderin tätig sein zu können oder in Personalebenen zu arbeiten. Möglichkeiten habe ich dann viele.
Gerhard Winkler: Klar! Sie finden jetzt schon jede Menge Kombinationsmöglichkeiten. Die werden sich sicher noch erweitern - oder aber Sie satteln ganz um!
Anni B.: Na, mehr als einmal umsatteln sicher nicht – höchstens dann mein Pferd ;-) . Vielen Dank, ich meld mich bei Ihnen, wenn ich weitere Hilfe und Tipps benötige. Schönen Abend noch!
Gerhard Winkler: Bonne soirée!
Anni B.: Noch eine kleine Frage der Unsicherheit wegen ... es wirkt auch nicht allzu merkwürdig, wenn ich mich als 32-Jährige zwischen Abiturienten um einen Ausbildungsplatz bewerbe?
Gerhard Winkler: Hängt vom Unternehmen ab – Sie sind vielleicht nicht zu alt, aber schwer zu führen. Rufen Sie ab morgen an, wenn Sie im Spätsommer lernen möchten. Die Ausbildungsplätze 2012 sind eigentlich schon vergeben.
Vroni: Hallo Herr Winkler, ich konnte in meinen neun Berufsjahren beobachten, dass ich ca. alle zwei bis drei Jahre eine neue Aufgabe brauche. Die Routine hat sich dann eingespielt. Ist das normal?
Gerhard Winkler: Oh, und wie steht es mit den Männern? Den Autos? Den Lieblingsautoren? Dem Musikgeschmack? 3 Jahre Schubert, dann schnell zu Bach-Kantaten? Jeder macht im Job und im Privatleben die Routine-Erfahrung, die einen einerseits entlastet, andererseits auch eine gewisse Sinnleere produzieren kann. Wenn ein Job Sie wirklich langweilt, schon bevor er das tut: Entwickeln Sie sich weiter! Erfinden Sie sich nicht neu – wachsen Sie organisch.
Dodo: Hallo Herr Winkler, Folgendes: Ich habe 12 Jahre als Elektro-Ingenieur Berufserfahrung. Mittlerweile würde ich sagen, dass ich ein sehr guter Allrounder geworden bin, der über Entwicklungskenntnisse, Projekterfahrung und kaufmännisches Know-how verfügt. Diese Mischung macht mir auch sehr Spaß und ich möchte das auch weiterhin tun. Nun muss ich mich aus persönlichen Gründen wieder bewerben und tue mich ehrlich gesagt schwer, etwas passendes zu finden, denn die meisten Anzeigen, so kommt es mir jedenfalls vor, suchen irgendwelche Spezialisten für z.B. Entwicklung oder Projektleitung. Wie kann ich trotzdem einen passende Stelle als Allrounder finden?
Gerhard Winkler: Manche lassen ihr Bauchgefühl entscheiden, andere entwerfen ganze Soll/Ist-Tabellen, um zu klären, ob eine Jobofferte in Frage kommt. Sie sind sich unsicher. Der beste Ansprechpartner wartet immer in der Zielorganisation. Anrufen, sich vorstellen, vortragen, wer man ist und was man tun kann. Stilisieren Sie sich nich tallzu sehr als Allrounder. Allrounder ist die Metapher von Leuten, die ihre Ecke nicht recht finden.
Dodo: Ok, danke. Ich hätte noch eine Frage: Wenn ich im Lebenslauf meine Tätigkeit beschreibe, muss die dann zwingend mit der Beschreibung im Zeugnis übereinstimmen? Heißt genauer, ich würde teilweise meine Berufsbezeichnung im Lebenslauf der tatsächlichen Tätigkeiten anpassen, zum Beispiel Testingenieur statt Entwicklungsingenieur. Oder soll ich das dann im Vorstellungsgespräch erläutern?
Gerhard Winkler: Ich weiß nicht, was der Vogel Dodo gemacht hat, um mir-nichts-dir-nichts auszusterben, Aber ich weiß, dass Sie keine Begriffe und Feststellungen aus dem Arbeitszeugnis umändern und (klammheimlich) korrigieren dürfen. Klammheimlich gibt nicht beim Bewerben. Personaler sehen immer das, was sie nicht sehen sollten. Lassen Sie nicht den Eindruck entstehen, dass Sie gern an der Wirklichkeit herumpfuschen. Damit kommt man nicht durch.
Bernd: Herr Winkler, haben Sie auch ein Tipp wie man ein Arbeitsverhältnis kündigt, ohne ein schlechtes Bild von sich in dem Unternehmen zu hinterlassen?
Gerhard Winkler: Nicht überstürzt kündigen, Fristen beachten, bis zum letzten Tag seine Sache gut machen. Wenn Sie fachlich gut und menschlich OK sind, wird man Ihnen niemals böse sein.
Gerhard Winkler: Liebe Chatter, danke für die vielen guten Fragen und Kommentare! Morgen finden Sie das Chatprotokoll auf jova-nova.com.
lars: Herzlichen Dank Ihnen. Toll, dass Sie sich so viel Mühe geben!
Gerhard Winkler: Schönen Abend! Viel Glück und den besten Erfolg bei der Job- und Ausbildungsfindung!
13 unterschiedliche IPs im Chat: chatter, lstubbe, Bernd, lars, Daniela, Michael, HermanVonderAlb, Jure, Zoe, Frank, Gerhard Winkler, Anni B., Dispo, Vroni, Dodo
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