"Ihre Internetseite ist wirklich gut. Ich habe Sie "von alleine" im Internet gefunden. Zuerst dachte ich mir, na ja, schaust mal rein. Aber nach längerem Lesen habe ich festgestellt, welche Qualität Ihre Seite hat. Deshalb möchte ich an Sie eine Frage stellen: Ich habe in 3 Wochen ein Vorstellungsgespräch, komischerweise gleich zum Jahreswechsel.
Jetzt habe ich mir ein paar Fragen überlegt und diese mir in ein kleines Notizbuch geschrieben. Und mir gleichzeitig auch gleich einen neuen, schönen Kugelschreiber dazu gekauft. Ist es unprofessionell, wenn ich während des Gesprächsverlaufes den Notizblock (auch extra neu gekauft) auf den Schreibtisch lege und mir am Schluss des Gespräches ein paar Fragen daraus heraussuche? Oder sagen sich die Personalkaufleute, der kann sich nicht mal ein paar Fragen merken?
Wenn ich aufgeregt bin kann ich mir tatsächlich keine Namen merken. Deshalb dachte ich mir, am Anfang des Gespräches notiere ich mir einfach die Namen in mein Büchlein. Würden Sie sagen, das ist OK? Oder mache ich hier schon einen Fehler?" (A.K.)
– Sie haben es gut! Sie haben ja nur Angst, die eigenen Fragen zu vergessen - ich vergesse stets auch den Ausdruck mit meinen Notizen. Und Namen kann ich mir so wenig merken, dass ich darauf angewiesen bin, Visitenkarten zu ergattern. Meine Schussligkeit ist ein echtes Hemmnis, aber meine Vergesslichkeit hat zumindest bewirkt, dass ich Menschen unverfroren anquatsche, sie überzeugend anlächle und sie um ihren Namen, um eine Auskunft oder um eine Gefälligkeit bitte.
Und niemand ist deswegen böse!
Jobprofis gehen vorbereitet in das Interview. Man nimmt dafür die Sachen mit, die man braucht und die vielleicht nützlich sind. Warum sollte man keinen Fragenkatalog in der Tasche haben? Ihre Gesprächspartner haben für sich selbst ja eigene Vorabüberlegungen notiert.
Wie ich in Anders Antworten bereits aufgezeigt habe, kommt es gut an, die eigene Umsicht und Wohlorganisiertheit zeichenhaft zu vermitteln. Das Notizbuch, der Stift, die eigenen Visitenkarten, die ausgedruckten Unterlagen unterstreichen das. Abgesehen von Schulbehörden und anderen Erbsenzählern im öffentlichen Dienst kenne ich aber keine Arbeitgeber, die es wohlwollend betrachten, wenn im Gespräch der Jobkandidat mit der Nase an seinem Aufschrieb klebt. Nehmen Sie Ihre Unterlagen mit, merken Sie sich die Namen der Gesprächspartner, indem Sie Ihre Gegenüber so oft es geht namentlich anreden. Werfen Sie wirklich nur einen letzten Blick in Ihre Fragensammlung, um dann zu lächeln und zu sagen: "Jetzt haben wir wirklich, zumindest von meiner Seite, die wichtigsten Fragen geklärt."