Vor allem als joberfahrene Person möchte man sich eher ungern in Frage stellen lassen. Bei der beruflichen Selbstvermarktung werden Sie allerdings schon in der Präsentationsphase durchleuchtet und später dann im Detail befragt, kritisch gemustert, mittels manchen Anforderungen und Zumutungen getestet, schließlich bewertet und hoffentlich am Ende auch für am besten geeignet befunden.
Ihr Lebenslauf und Ihr Anschreiben haben Sie bis zum ersten Gespräch gebracht. Für ein Rehearsal – meine Vorbereitung für das Jobinterview – baue ich aber den Lebenslauf auch dann neu auf, wenn er seinen ersten und wichtigsten Dienst bereits geleistet hat.
1. Der Lebenslauf ist das Faktenblatt zu Ihrer Leistungsbilanz. Sie benötigen ihn auch für sich selbst in einer optimalen Fassung.
2. Er konstituiert Ihr berufliches Selbstbewusstsein in dem Maß, in dem Sie die notwendigen Fakten auswählen, anordnen und präsentieren.
3. Deshalb erleichtert ein gut gefasster Lebenslauf es enorm, sich seines beruflichen Selbst zu vergewissern und den eigenen Jobclaim zu verinnerlichen.
Die meisten und wichtigsten Fragen an einen Jobkandidaten ergeben sich ja aus seinem Datenblatt. Einen von mir neugefassten, verdichteten und inhaltsreichen, leicht erfassbaren und zielgenauen Lebenslauf können Sie auch in Ihr Jobinterview mitbringen und dort umstandslos austeilen – Sie haben eben ein Update mitgebracht. Ein CV, der Sie selbst begeistert, wird Jobanbieter zu vielen guten Fragen anregen.
Der von mir neugefasste, zusammen mit meinen Klienten erarbeitete Lebenslauf stärkt also die berufliche Identität und ist die beste Arbeitsvorlage zur Vergegenwärtigung der eigenen Leistungsdaten und zur Ausformulierung des Jobclaims. Man kann mit der Neufassung unter Umständen zusätzlich im Gespräch punkten. Und nach dem Jobinterview hat man eine aktuelle Version an der Hand, die man im Falle einer Absage sofort zur weiteren Jobfindung einsetzen kann. Im weiteren Karriereverlauf, in den kommenden Jahren, braucht man diesen Lebenslauf dann einfach nur zu aktualisieren und anzupassen.
Aus diesen guten Gründen setze ich mich immer zuerst an Ihren Lebenslauf, wenn Sie mich mit einem Rehearsal beauftragen, ohne dass ich vorher Ihre Unterlagen optimiert habe, Ich möchte Sie verstehen, und das leiste ich anfangs am besten in der Auseinandersetzung mit Ihrem Werdegang. Glauben Sie mir, ich halte es für gut, wenn Sie zunächst zu sich selbst kommen, bevor andere mit Fragen kommen. Dieser Weg ist allerdings mit vielen Fragen und mit kleineren bis kniffligen Aufgaben gepflastert. Jedes Jobinterview kann man als Zumutung sehen. Dann kommen auch meine Anforderungen ungelegen. Oder man versteht einen Gesprächstermin als die Chance, seine Agenda und seine Themen durchzubringen. Kernthema ist die besondere Eignung. Wenn Ihr Lebenslauf nicht zu Ihrer spezifischen Jobeignung führt, schwächt er Sie, anstatt Sie zu stärken.