"Vielen Bewerbern habe ich schon auf die Sprünge geholfen, und ich gehe in den meisten Hinweisen mit Ihnen konform. Dass die Motivation im Anschreiben nichts zu suchen hat, ist mir neu und fremd. Was ist falsch daran, seine Motivation zu benennen - oder anders gefragt: wird sie nur an einen anderen Platz gestellt? Mit Spannung und Neugier warte ich auf Ihre Antwort. Danke! (M.S.-T.)"
– Ich gehe mit Ihnen und allen Beratern konform, die darauf verweisen, was den Jobanbietern besonders auf dem Herzen liegt: Was befähigt Sie vor allem und vor allen anderen? Warum sollen wir Ihnen vertrauen? Weshalb gerade jetzt? Warum zu uns? Zu welchen Bedingungen?
Im Anschreiben arbeite ich diese Fragen nach ihrer Priorität ab. Die oft beschworene Motivation hat ihren Auftritt erst im letzten Drittel. Als Berater wissen Sie, sehr starke Kandidaten haben immer einen ganzen Strauß an Argumenten. Aus Platzgründen und als indirekten Ausweis des beruflichen Standings gebe ich dann oft keinen Bewerbungsgrund an (außer, es liegt ein triftiger vor).
Wer wen umwirbt, ist auch in Jobbeziehungen eine delikate Frage. Je attraktiver ein Kandidat für den Jobanbieter, desto weniger rückt er schon im Anschreiben damit heraus, was er an diesem einen Jobanbieter so anziehend findet.
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