"Antreten zum Vorstellungsgespräch. Vier Personen sind im Raum, es ist aber nur Platz für drei Personen vorhanden, da der Tisch an der Wand steht. Was tun als Bewerber? Vorschlagen, den Tisch zu verrücken?" (T.J.)
– Nun ja, es ist nicht Dein Tisch. Als Bewerber bist Du auch nicht der Gastgeber. Die Firma sorgt für das Setting und den Ablauf. Bleib als Kandidat lächelnd stehen und warte ab. Vielleicht wollen die sich ja gar nicht in diesem Raum mit Dir besprechen. Sobald allerdings die hierarchisch höchststehende Person bzw. die ganze Gruppe entschieden hat, dass der Tisch zu verrücken ist, packst Du fröhlich mit an.
Wenn Du dann das Tablett mit den Tassen hochhebst und es rettest, währen die anderen Tisch und Stühle über das Parkett aus falscher Eiche schieben, bist Du praktisch schon eingestellt.
Solltest Du als Schnellchecker ein Reise-nach-Jerusalem-Problem orten und eilfertig, ohne zu fragen, Tisch und Stühle in den Raum ziehen, taugst Du allenfalls für den Last-Level-Support.
Wenn Du Dich ohne Umschweife an den Tisch setzt, kommst Du aus Berlin. Wenn Du dabei flink nach zwei Keksen greifst, hast Du in Neukölln graduiert. Falls Du Dir den Kaffee selbst und Deinen Interviewern gleich mit eingießt, wirst Du es nie schaffen, Neukölln zu entkommen.
Nur wenn Du in artigen Worten das Eiermann-Tischgestell bewunderst, heißt Du Gerhard. Wenn Du dabei nicht auf die Wolfords der Sekretärin schielst, bist Du sogar Gerhard. Es ist so einfach zu wissen, was man im Jobinterview tut oder lässt!
Lieben Gruß
G.
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