Vorstellungsgespräche finden meist unter klar definierten Rahmenbedingungen und mit recht vorhersehbaren Inhalten statt.
Einschränkung: Ein typischer Personalreferent agiert im Gespräch regelgeleitet, systematisch und kleinschrittig, ein Geschäftsinhaber eher ichbezogen, chaotisch und sprunghaft. Beide Gesprächspartner verdienen den größten Respekt.
Der Personaler exerziert seine berufliche Aufgabe nach den Regeln der Kunst. Ein Inhaber verlässt sich eher auf seinen Instinkt. Beide stehen auf dem Standpunkt, dass Sie sich ein Vertrauen erst zu verdienen haben. Diese Haltung ist nicht persönlich gemeint, aber Sie haben sich mit Ihrer ganzen Person dafür einzusetzen, dass man Ihnen und Ihrem Leistungsangebot vertraut.
Wenn Sie sich da nicht vorbereiten, machen Sie den Fehler aller Dilettanten: Sie hoffen, dass Sie ganz spontan alles richtig machen. Sie glauben an die Macht der Improvisation. Damit überschätzen Sie sich jedoch. Improvisation ist, wenn Können sich selbst vergisst. Können beruht aber auf Wissen und Training.
Um optimal ein Gespräch zu trainieren, sondern Sie sich zunächst von den Menschen ab. Sie machen zunächst Ihre Recherche-Aufgaben. Sie drehen und wenden ungestört und ausgiebig Ihr eigenen Argumente. Sammeln und ordnen Sie, was der Rede über Ihre Eignung wert ist. Üben Sie, wie es jeder Profi vor einer wichtigen Vorstellung tut. Ihre Trainingsziele: Geläufigkeit, Wendigkeit, Reaktionsschnelligkeit und ein sicherer Stand. Sie üben aber keine Sprechrolle in einem Stück mit festgelegtem Skript ein!
Für die ersten Minuten eines Jobinterviews gilt:
Lächeln Sie!
Lächeln Sie, wenn Sie wollen, über meine banale Aufforderung. Lächeln Sie aber auch Ihre Gesprächspartner an. So wie es die Menschen in Kalifornien machen: als soziale Geste, als verinnerlichter Reflex. Sagen Sie nicht, so etwas sei oberflächlich. Bis ein flüchtiger Sonnenstrahl aus der Tiefe einer deutschen Seele bis zur Oberfläche wandert, ist die wohlwollende Aufmerksamkeit eines Gesprächspartners schon erkaltet.
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2003; Text zuletzt überarbeitet: Berlin, 13.03.2009.