Manche Situationen (Oha, die Liebe meines Lebens) meistert man auch unvorbereitet. Andere Events wie die Rede zum Fünfzigsten von Onkel Georg, das Bestehen von Jobinterviews oder die Präsentation vor Kunden geraten ohne ein paar vorab angestellte Überlegungen und ohne ein inneres Skript zu einem Kapitel aus der Serie "Peinlichkeit vor Zeugen". Die Liebe erfordert nur die simple Kunst, den Augenblick zu nutzen. Der Bewerber plant den magischen Moment vor, an dem ein Jobanbieter von der Erkenntnis durchseelt wird: Dieser und sonst keiner.
Sie denken rechtzeitig vor jedem neuen Vorstellungsgespräch an Ihre Hausaufgaben: Die Jobanbieter-Daten recherchieren. Den Job verstehen. Die Jobkompetenz ableiten. Für die heiklen Lebensphasen klare und überzeugende Worte finden. Sich eigene Fragen merken, die man stellen will. Das munitioniert Sie, wenn die Gegenseite sich am Ende listig erkundigt: Und haben Sie noch Fragen?
Gehen Sie nicht in das Gespräch, um sich zu informieren, sondern, um sich als informiert zu präsentieren. Recherchieren Sie vor allem gründlich, was Sie an Firmen-Informationen brauchen. Ihre Erfolgsaussichten steigen wie die Schwalben im Juli, wenn Sie beim Antworten nicht flunkern. Der geschäftliche Verhaltenskodex erlaubt durchaus, dass Sie Sachverhalte aufhellen und positiv darstellen. Er erlaubt jedoch keinen saloppen Umgang mit der Wahrheit.
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Text zuletzt überarbeitet: Berlin, 12.03.2009.