
Dieses Anschreiben ging zur Prüfung ein
Bewerbung für eine Stelle als kaufmännische Mitarbeiterin
Sehr geehrte Frau ..., sehr geehrter Herr ...,
bezugnehmend auf Ihre Ausschreibung in der ... Zeitung vom xx.xx.xx, sowie eines Telefonates mit Ihrem Herrn ... am xx.xx.xx möchte ich mich für die oben genannte Stelle bewerben.
Ich verfüge über eine knapp 10-jährige Erfahrung als Bankkauffrau im Schalterdienst, die ich durch meine Tätigkeit in verschiedenen Geldinstituten erworben habe.
Seit Anfang 1993 war ich als Chefsekretärin in einem namhaften Ingenieurbüro tätig. Neben den normalen Schreib- und Organisationsarbeiten gehörten noch Teilbereiche der Buchhaltung sowie die Kassenführung zu meinem Aufgabenbereich.
Ich verfüge über gute Schulkenntnisse in Englisch und Französisch, die ich in diversen Fernreisen kontinuierlich verbessern konnte.
Durch Teilnahme an verschiedenen Fortbildungslehrgängen habe ich meine EDV-Kenntnisse in Textverarbeitungsprogrammen sowie Tabellenkalkulationen [WORD, EXCEL etc) vertieft.
Was eine mögliche Zeiteinteilung im Vor- oder Nachmittagszeitraum betrifft, bin ich sehr flexibel.
Ich würde mich freuen in einem persönlichen Gespräch näheres über die von Ihnen ausgeschriebene Stelle zu erfahren.
Mit freundlichen Grüßen
Kurzkritik
"An"
"An" ist unnötig. Syntaktisch richtig, aber genauso überflüssig wäre "An die".
"zäh."
Es gibt andere Abkürzungen, wie "z.B.", deren Sinn und Nutzen keiner bestreitet. Auch ohne den antiquierten Vermerk "zäh." gelangt ein Schreiben an die Person(en), an die Sie es adressiert haben.
"Bewerbung für"
Schreiben Sie: Bewerbung um...
"bezog nehmend auf"
Worauf sich Ihr Schreiben bezieht, z.B. auf eine Anzeige oder ein Telefongespräch, vermerken Sie am besten bereits in der Betreffzeile. Dann verschenken Sie nicht das strategische Potential eines Einleitungssatzes.
",sowie"
Kein Komma vor aneinanderreihenden Konjunktionen.
"knapp"
... bedeutet "kärglich, eben zureichend, nicht in vollem Maße". Benutzen Sie "rund" oder "fast".
"10-jährige"
Bitte ausschreiben: "zehnjährige".
"in diversen Fernreisen"
Im jährlichen Sommerurlaub, als Pauschalreisender, verbessern Sie Ihre Sprachkenntnisse nicht entscheidend. Worauf werden Sie in einem Gespräch hinweisen? Auf drei Wochen Südindien?- Auslandsaufenthalte zählen nur, wenn Sie sich dort länger oder zu Studien- bzw. Bildungszwecken aufgehalten haben.
"Was eine mögliche Zeiteinteilung im Vor- oder Nachmittagszeitraum betrifft"
Schreiben Sie einfach! Ich kann meine Zeit frei einteilen und stehe Ihnen vormittags wie nachmittags zur Verfügung. Oder: Ich bin gern bereit, vormittags oder nachmittags zu arbeiten.
"freuen"
Drehen Sie den Rechtschreibreformern eine Nase und setzen Sie hier ein Komma.
"Näheres"
... wird großgeschrieben
Alternative Fassung
Sehr geehrte Frau Breuer,
der freundlichen Aufforderung Ihres Mitarbeiters Herrn Ghebreselassi, Ihnen meine Unterlagen zu mailen, leiste ich gern Folge.
Zu einer erfolgreichen Mitarbeit in Ihrer kaufmännischen Abteilung befähigen mich meine fundierte Ausbildung, mehrjährige Erfahrung im direkten Kundenverkehr sowie meine nachweisbaren administrativen und organisatorischen Fähigkeiten.
Ich bin fit und praxiserfahren in allen Office-Aufgaben, übernehme in meiner derzeitigen Tätigkeit aber auch Buchhaltung und Kassenführung. Mit den aktuellen Versionen von Word, Excel und Powerpoint bin ich bestens vertraut. Mein Englisch habe ich in Auslandsaufenthalten geschult.
Für Sie sicher von besonderem Interesse: Ich bin zeitlich flexibel und könnte meinen Einsatz nach Ihren Vorgaben gestalten.
Gern würde ich Sie persönlich von meiner Eignung für diese Stelle überzeugen. Ich freue mich auf Ihren Terminvorschlag!
Mit herzlichen Grüßen
Kommentar von Michael Altieri
Basis: Die Bewerberin ist noch in einem Beschäftigungsverhältnis
Da fiel mir doch glatt das o. g. Anschreiben ins Auge. Meinereiner vertritt die These, dass Eigenwerbung -sofern etwas Tolles vorliegt - eine wichtige Geschichte ist. Die Darstellung einer Frau mit einer solchen Berufserfahrung erschient mir doch eher dürftig. Sollte sie kein Zwischenzeugnis der Bewerbung beigelegt haben, so weiß ich beim besten Wissen nicht, was sie denn jetzt macht. In solch einem Fall (Bewerbung aus einem ungekündigten Arbeitsverhältnis) muss entweder ein Zwischenzeugnis beigefügt -meist aber nicht ratsam, dieses zu beantragen- oder eine zusätzliche Seite der aktuellen Aufgaben beigefügt werden. Hier darf ruhig eine möglicherweise vorhandene Stellenbeschreibung als Vorlage genommen werden. Es genügt, auf diesem zusätzlichen Blatt die Information "Mein aktuelles Aufgabengebiet" als Header zu nehmen.
Letztlich muss abgewogen werden, ob die entsprechenden Informationen auf dem Anschreiben gegeben werden oder eben auf einer zusätzlichen Seite.
Ebenfalls sollten noch Links auf diesem Muster zum Thema Eintrittstermin und Einkommensvorstellung erscheinen.
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Zuletzt überarbeitet: Berlin, 17.2.2009
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