Hier sind die wichtigsten Schüler-Fragen zum Bewerbungsschreiben:
Kurz, bündig, schriftlich: Daran führt beim Bewerben meist kein Weg vorbei. Machen Sie übrigens Ihr Interesse, Ihre Absichten und Wünsche zum Thema Ihres Anschreibens. Tragen Sie in der Hauptsache vor, was von der Faktenlage her für Ihre Ausbildungseignung spricht.
Beim Anschreiben geht es weniger um Sie persönlich. Sie beantworten darin Kernfragen: Ist Dir klar, worauf Du Dich einlässt? Passen Deine Voraussetzungen? Passt Du in das Team? Machst Du motiviert mit? Wirst Du das Ganze durchhalten? Kann man’s Dir zutrauen? Kann man Dir vertrauen?
Aus der Klamottenkiste zieht man kein taufrisches Anschreiben. Nicht abkaspern, neu schreiben! Auch wenn Ihr Deutschlehrer es nicht gut findet: Starten Sie direkt nach der Briefanrede mit dem Top-Argument. Decken Sie auf, was aus der Sicht eines Ausbilders am meisten für Sie spricht. Beispiel:
Sehr geehrte Frau Dübeling,
neben meinem aktuellen Notendurchschnitt von 2,3 und meinen guten Leistungen in Englisch und Wirtschaft qualifizieren mich vor allem meine praktische Erfahrungen bei der Landmolkerei Wuttke in Schlauenberg und bei der Kreissparkasse Schlumpfenborn.
Obacht, mitlesende Lehrer: Bewerber benötigen wirklich keine Briefeinleitung. Sie brauchen Namen, Orte, Zahlen, Daten, Fakten!
Notieren Sie getreulich, was für Sie spricht, auch wenn es Ihnen selbst als fad, selbstverständlich und durchschnittlich erscheint! Schule: Leistungen, Noten, Arbeitsgemeinschaften, Projekte, Schülermitverantwortung, Schüleraustausch, Auslandsschulen. Job: Praktika und all das nach und neben der Schule, wofür Sie bezahlt wurden. Außerschulisches Lernen: VHS, Sprachreisen, Computerkurse … Plus kirchliche, musische, soziale, sportliche, sonstige Freizeitaktivitäten innerhalb von Einrichtungen und Vereinen. Motto: Sprich es gelassen aus, wenn etwas für Dich spricht.
Erinnern Sie sich an das letzte Sportfest? Die Letzten kamen auch ans Ziel, aber die Ersten schäkerten bereits mit den Mädels. Auch wenn Sie auf dem Land wohnen, wo Korrektheit und Höflichkeit noch echte Werte sind: Das Anschreiben ist keine Sammlung von Höflichkeitsfloskeln, sondern eine knallharte Leistungsschau.
Sie suchen Ihren Ausbildungsplatz in der betrieblichen Wirklichkeit. Alles, was belegt, dass Ihnen diese Wirklichkeit nicht fremd ist, ermöglicht oder vergrößert das Vertrauen in Ihre Praxistauglichkeit. Deshalb gilt ab dem 15. Lebensjahr das Lied der Flinken Job-Rapper: Egal, ob Bau oder Baumarkt oder Markthalle oder Hallenbau: Mach mit! Leg Hand an! Sei schlau!
Ihr Bauprinzip: Das Wichtigste zuerst! Lernleistungen. Praktische Erfahrung. Wissen und Können. Sinnvolle, am besten organisierte Freizeitaktivitäten. Dann Autoritätspersonen benennen, die positive Eigenschaften und persönliche Stärken bestätigen. Dann erst kurz begründen, weshalb Sie gerade diese bestimmte Ausbildung bei diesem einen Ausbilder leisten wollen. Am Schluss freuen Sie sich über einen Vorstellungstermin. Und fertig ist die Jägersoße!
Klar, auf Papier hat das Anschreiben die Form eines Briefs. Zwischen höflicher Anrede und korrekter Grußformel steckt aber kein Brief, sondern ein kurzer Vortrag über Ihre Ausbildungseignung. Denn könnten Sie auch als E-Mail verschicken, persönlich vortragen oder als Audio- oder Videobotschaft versenden.
Also: Nichts versprechen. Nichts beteuern. Nichts erklären. Sich nicht an den Ausbilder heran schmusen. Sich ganz auf die Leitfrage konzentrieren: Was befähigt ausgerechnet mich zu dieser besonderen beruflichen Ausbildung?
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Berlin, 13.3.2009
Ich schreibe für den verständigen Leser. Halten Sie bitte auch mich auf dem Laufenden: über den Jobmarkt, über Ihre Bewerbungswege, Erfahrungen, Abenteuer und Erfolge. Was vermissen Sie auf jova.nova.com? Was sehen Sie anders? Ich freue mich über Ihr Feedback!
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