„Eine lern- , gesundheits-, und motivationsförderliche Arbeits- und Organisationsgestaltung ist stets das Ziel, welches ich als langjährige … usw. usf.“
– Lassen Sie das. Ein Anschreiben ist eine Leistungsschau und keine Sonntagsrede. Texten Sie über sich keinen Nachruf. Ihre Aussagen treffen schon deshalb ganz gewiss nicht zu, weil sie als sprachliche Klischees daherkommen. Die Aura der Authentizität schafft man in keinem Fall mit Floskeln und Worthülsen. Und wer aus ganzem Herzen abgegriffenes sprachliches Falschgeld als bare Münze ausgibt, der tritt auf wie der typische deutsche Funktionär: Nichts können, nichts wissen, aber über alles von A wie Arbeit bis O wie Organisation glatt und leichtzüngig daher schleimen .
Ihr Fehler liegt schon im falschen Ansatz:
Es geht um Ihre Jobeignung und nicht um Ihre Seligsprechung.
Alle Ich-Aussagen, Postulate, frommen Wünsche, gut gemeinte Verallgemeinerungen im Anschreiben oder sonst wo in der schriftlichen Bewerbung kommen absolut zum falschen Zeitpunkt. Zeichnen Sie ein Bild über sich, das sich allein auf Fakten stützt, denn alle Rekrutierer, die ihren Job verstehen, wählen zuerst aufgrund der Faktenlage aus.
Vermeiden Sie im Anschreiben das Wörtchen stets. Es ist ein Epitheton ornans aus dem Arbeitszeugnis und dort dient es allein zur schablonenhaften Bewertung von Leistung und Verhalten. Sie sind, mit Verlaub gesagt, immer der letzte, den man anhören mochte, wenn es um eine Einstufung Ihrer eigene leistungsmäßigen Performanz geht. Das richtet sich nicht persönlich gegen Sie. Selbstbilanzierung ist immer grausig geschönt oder tieftraurig.
Verwenden Sie langjährig in einer schriftlichen Bewerbung nur dann, wenn Sie nicht wirklich mehr arbeiten mögen und dies dem Empfänger Ihrer Pro-forma-Bewerbung durch die verwelkte Blume zu verstehen geben wollen.
Sehen Sie doch das Gute am Bewerben: Sie brauchen nicht sich selbst zu erklären, sondern nur Ihre ausgesprochene Tauglichkeit für einen bestimmten Job zu kommunizieren.
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31.03.2008; zuletzt überarbeitet: Berlin, 17.2.2009
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