Schöne Aussicht im zweiten Gespräch
Der Gesprächsführer des ersten Interviews will in der zweiten Gesprächsrunde den neu dazu kommenden Vorgesetzten und Kollegen vorführen, was für eine gute Nase er doch hatte.
Das ist so menschlich wie lobenswert. Unterstützen Sie den guten Menschen, der es betrieben hat, dass man Sie wieder einlädt. Schalten Sie nicht auf Durchzug, wenn man einleitend über Sie spricht.
Hören Sie genau zu, wie man Sie einführt, was man an Ihnen hervorhebt, als wessen Geistes Kind Sie beschrieben, als Meister welcher Kunst Sie da gelobt und geschildert werden. Das bescheidene Naturen wie Sie eher erschreckende, zu schöne bis zu geschönte Bild, das der Personaler in der Einführung von Ihnen färbt, trifft ziemlich genau die Vorstellung, die sich der Inhaber oder der Geschäftsführer vom idealen Kandidaten macht. Das ist Ihre Blaupause. Entwerfen Sie sich in diese Richtung.
Sie können nicht oft genug angeben, was genau für Sie spricht. Sollten Sie nicht geschickt genug sein, Ihr Thema zu variieren, dann wiederholen Sie sich einfach platt. Nur, wenn die Gesprächspartner kurz angebunden sind oder entnervt abwinken, schalten Sie flugs um auf die Diskussion der anstehenden Aufgaben.
Ihre Themen:
In ein zweites Gespräch geht man mit dem Bestreben, sein Konzept vom Job mit dem Konzept der Gegenseite abzustimmen. Das galt auch schon für‘s erste Interview. Ja und? Reden Sie jobbezogen von sich und ichbezogen vom Job und Sie kriegen den Job.
Sie treffen auf Leute, die am Anfang der Runde #2 noch nicht zu 100% bereit sind, in Sie zu investieren. Alles was Sie sagen und gewiss auch, wie Sie es sagen, legen Sie darum so an, dass es das Vertrauen in Sie stärkt. Bevor Sie auf einen Umstand hinweisen, eine Einschränkung machen, etwas vorschlagen, akzeptieren oder ablehnen, also immer, bevor Sie den Mund öffnen, prüfen Sie, ob Ihre Worte das Vertrauen anderer in Ihren guten Willen und Ihre Eignung abtöten.
Am meisten vertraut man Ihnen, wenn Sie Ihre Stärken und Verdienste angemessen und selbstbewusst vermitteln, wenn Sie Ihre Aufgabe sichtlich verstehen, erste Strategien und Lösungen skizzieren und alle geheimen Sorgen und Ängste des Jobanbieters im warmen Glanz Ihrer Charme-Offensive dahinschmelzen lassen.
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Mai 2007 - Gerhard Winkler; Text zuletzt überarbeitet: Berlin, 24.02.2009.
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