
Elektronische Post meint nichts anderes das ziemlich unspektakuläre Erstellen einfacher Texte sowie der Versand dieser Dokumente (nebst Anhang) von einem Computer zum anderen. Damit dies funktionierte, waren die Geräte ehedem verstöpselt und verkabelt. Heute sind sie zur großen Freude der Tele-Dienstleister funktauglich und natürlich auch mit sich selbst einrichtender und selbst testender Software ausgestattet.
Die ersten Netzwerke waren reine Insellösungen - leider nicht im Sinne von 'mit Palmen & Strand', sondern von 'nach außen vollkommen isoliert'. Jeder, der am internen Kommunikationsverbund teilhaben wollte, musste dieselbe Software besitzen. Findige Netzwerker entdeckten das Internet als geniales Übermittlungsmedium. Hardware, Systemkomponenten und Programme wurden daraufhin so angepasst und umgeschrieben, dass der neue Übertragungsweg genutzt und auch exotische Mail-Formate übersetzt werden konnten: Unternehmen, Organisationen und immer mehr auch Privatpersonen waren somit imstande, untereinander Nachrichten auszutauschen. Mehr zur Kommunikationsweise im dunklen vorigen Jahrhundert erfahren Sie im Postmuseum.
Die Regeln des Datenverkehrs sind vereinheitlicht, doch existieren immer noch Kodierungsprobleme, z.B. beim Anhängen und Auspacken von Dokumenten. Kein Wunder angesichts der verschiedenen Rechnergenerationen, der Betriebsysteme und Systemversionen und nicht zuletzt der unterschiedlichsten Mail-Programme, von der Freeware für Freizeitkapitäne bis zur Komplettlösung für Weltunternehmen. E-Mail lässt Papierpost ganz schön alt aussehen, wenn es gilt,
Private Nutzer in Deutschland fanden die E-Mail-Prozeduren oft umständlich: Der Computer musste eingeschaltet, das E-Mail-Programm (oder die Zugangssoftware zu einem Onlinedienst) geladen werden. Nachdem die Verbindung per Modem/ISDN-Karte endlich aufgebaut war, wurde vielleicht noch ein Passwort abgefragt ... das Programm hatte verwirrende Icons ... statt des vertrauten Pelikanfüllers benutzte man eine TCM-Designtastatur mit Funkmaus ... der Telefonzähler tickte nervös ... an der Grenze zwischen digitaler und analoger Technik kam es zu unvorhergesehenen Ereignissen …
Heute wird die E-Post über Push-Dienste in das Handy geschaufelt und es plingt im Ruheabteil des ICE nach Leipzig, in der Waldeseinsamkeit und an manch anderem ehedem stillen Ort. Früher kam die E-Mail mit etwas Glück wie gerufen, heute kommt sie ungerufen.
Alles bloß nur eine Frage der richtigen Einstellungen!
Einfach das Mailprogramm so konfigurieren, dass es in regelmäßigen Abständen nach eingegangener Post schaut, den Mac/PC nach Benutzung nicht ausschalten, sondern in den Schlafmodus versetzen. Die Verbindung zum Mail Server wird dann automatisch hergestellt und wieder beendet, die gesamte Prozedur läuft diskret im Hintergrund ab. - Noch simpler am Arbeitsplatz. Dort bleibt das System immer aktiviert und einsatzbereit - bis wieder einmal ein Systemadministrator allen Rechnern 'Freeze. Don't move!' zuruft und damit die Abteilungsmoral schlagartig auf Null zurücksetzt.
Absender
Als Bewerber suchen Sie immer das Gespräch - ganz gleich, ob Sie sich auf digitalem Weg, auf Papier, telefonisch oder persönlich bemühen. Sie sprechen wildfremde Menschen an, die Sie nur aufgrund ihrer Funktion einschätzen. Ihr Ziel: sich mit diesen Leuten zu treffen, zu verhandeln, sich zu verständigen und vielleicht mit ihnen einig zu werden.
Doch die von Ihnen Angesprochenen wollen zunächst selbst einiges wissen. Zu allererst: Wer schreibt denn da?
Keine Frage ist das bei der Bewerbung per Papier. Sie haben sich sicher bereits einmal schriftlich beworben. Haben Sie sich dabei an die Empfehlungen der DIN 5008 und an die landläufigen Gepflogenheiten gehalten? Dann steht Ihre Absenderangabe mindestens an zwei Stellen:
E-Mail ist nichts anderes als Korrespondenz mit besseren Mitteln. Mailschreiber reduzieren den Bedarf an Papier und steigern die persönliche Produktivität - das gaben neun von zehn befragten Führungskräften bereits in einer US-Erhebung Ende der Neunziger an. Was jedoch keinesfalls bedeutet, dass wir alle Konventionen des geschäftlichen Briefverkehrs gedankenlos übertragen. Noch schreibt uns kein Rudel promovierter Ergonomen vor, wie Mail formal zu behandeln ist. Lassen wir uns deshalb von unserer praktischen Vernunft leiten und befolgen wir einige wenige Regeln. Eine davon ist universal gültig und lautet:
Keine Umständlichkeiten
Der vernetzte Teil der Menschheit beantwortet E-Mail oft am einfachsten - per Telefon. Dennoch präferieren die meisten die E-Mail. Zum Telefon greift der Büromensch, wenn er Grund genug und Zeit hat, um mit jemandem zu sprechen. (Reicht die bloße Absicht, 'mal hallo zu sagen', aus? - Na, dann "hallo!") Per Fax oder Briefpost korrespondiert man gewöhnlich dann, wenn der Adressat auf dem bequemsten Weg nicht zu erreichen ist. (Alles, was weiter als einen Mausklick entfernt liegt, macht Arbeit.) Und natürlich auch, wenn es etwas zu verschicken gibt.
Kein Mensch nimmt sich im Geschäftsleben die Zeit, eine Antwort an
Lukas Linden, neue Zeile, Graf-Berghe-von-Trips-Ring 111a, neue Zeile Leerzeile, D 50169 Kerpen-Horrem
zu tippen, wenn er genau so gut im Mail-Programm auf einen Antwort-Knopf klicken kann.
Da während eines gewöhnlichen Bürotages unverhofft, aber oft neue Mails auf dem Bildschirm blinken, werden sie beiläufig angeklickt, schnell überflogen und noch schneller in den Papierkorb oder in die Ablage geschoben. Bei einem Meeting in einem kalifornischen Office läutete der Mail-Client des Gesprächspartners schon vor in den letzten Jahren des letzten Jahrhunderts im Sekundentakt die ankommenden Botschaften ein.
Ist elektronische Post einmal in berufliche oder private Alltagsabläufe integriert, zwingt die Informationsflut einfach zu kursorischem Lesen. Klug handelt, wer beim Schreiben jeden Datenmüll aus seiner E-Mail entfernt, Briefempfängern alles Überflüssige erspart und den Textumfang minimiert:
Mein Rat: Geben Sie Ihre postalische Absenderangabe einfach am Ende des Brieftextes an. (Dazu mehr weiter unten.) Damit sind Sie als Absender eindeutig definiert, recht leicht zu identifizieren und rasch zu erreichen. Ihre Postadresse steht obendrein im Lebenslauf der Anlage. Wer Ihnen per Papierpost antworten will, hat Ihr Curriculum Vitae sicher ausgedruckt
Setzen Sie in Ihrer elektronischen Korrespondenz vor allem keine postalische Empfängeranschrift ein. Wo Kommunikationspartner sich im wirklichen Leben aufhalten, ist völlig gleich, solange sie nur ihren elektronischen Briefkasten regelmäßig leeren.
Eine internettaugliche E-Mail-Adresse ist immer ein Unikat, denn
benutzername@organisation ist in der Datenöffentlichkeit nur einmal vorhanden. Zu lesen ist die Adresse als "eine Person/Gruppe benutzername (@ ="at") bei einem Unternehmen/einer Einrichtung namens organisation. Der Web Site-Verwalter kann "benutzername" nur ein einziges Mal vergeben (aber die Adresse einer ganzen Gruppe von Nutzer zuweisen). Global nur einmal existent ist auch die Einrichtung Organisation - Typische E-Mail-Adressen, und was man aus ihnen herauslesen kann:

holger.hein@uni-borkum.de
"hein"
studiert an der Universität Borkum und hat dort einen (kostenlosen) E-Mail-Account.
fuerchtegott@reli-ph.weinburg.de
"fürchtegott" ist Institutsangehörige(r) an der Pädagogischen Hochschule Weinburg
herzl@t-offline.de
"herzl" nutzt einen der großen Deutschen Online-Dienste
irgendwer@hotmail.com
"irgendwer" hat einen kostenlosen und anonymen E-Mail-Account bei Microsofts Mail-Dienstleister "Hot Mail"
Krash@microzoff.com
"krash" schreibt vermutlich von einem Firmen-Anschluss; die Web Site ist in den USA registriert.
Wer analysiert überhaupt den Absenderteil von externer E-Mail, d.h. von Post, die nicht aus dem firmeneigenen Netzwerk stammt? Ich wette, alle Welt. Personalfachleute sowieso. Meist folgen private E-Mail-Adressen dem Schema
erik_musterfrau@internet_service_provider.de Solche Angaben sind neutral und deshalb ohne großen Erkenntniswert. Bei welchem Internet Service Provider Sie sich registrieren lassen, ist egal - solange Sie eine anständige Adresse vorzeigen können. Manche erleben ausgerechnet da ihr Coming Out, handeln programmatisch oder lassen sich unter Ruf- und Scherznamen registrieren:
Solche Leute haben kein Problem mit sich selbst und Personalverantwortliche auch nicht mit ihnen, solange man sich nicht mit diesen Adressen bewirbt.
Unanständig ist es, den Mail-Client der Firma zu verwenden. Was soll ein möglicher Arbeitgeber von Kandidaten halten, wenn sie ihre Privatpost am Arbeitsplatz erledigen, dafür ungeniert Mittel ihres Unternehmens verwenden und sorglos riskieren, dass ihr Tun vom Arbeitgeber registriert wird? (Natürlich werden Mails archiviert. Firmen-Korrespondenz gehört außerdem nicht den Verfassern.) Benutzen Sie für Privatpost einen privaten oder anonymen Account!
Keine Bewerbermails mit Firmenabsender
Findige Stellensuchende, die sich einen privaten Online-Zugang nicht leisten können sowie clevere Net-Surfer richten sich einen kostenlosen E-Mail-Account ein. Einfach die Internet-Adresse anklicken.) Sie suchen sich irgendeinen Namen heraus ("achwiegut@hotmail.com"), geben ein Passwort an, verraten dem Dienstleister etwas über Ihre persönlichen Vorlieben und können nach erfolgreicher Anmeldung aus einer Web-Seite heraus Briefe schreiben, Anlagen beifügen sowie eingegangene Mails lesen und ablegen. Nachteile: Die Seiten sind mit Werbe-Bannern gepflastert, der Seitenaufbau dauert etwas länger, die Verwaltung von umfangreichen E-Mail-Archiven ist um einiges umständlicher. Manche Heißmail von den großen Webdienstleistern scheint bisweilen Lieferschwierigkeiten zu haben. Damit kann man sich arrangieren - wenn man Kosten sparen will.
Neutrale Adresse: Kostenlos bei E-Mail-Diensten
Neue Post in der Eingangsbox? Was zuerst ins Auge fällt, sind die Absender. Probieren Sie es selbst einmal aus. Erst im zweiten Durchgang werden die Betreffzeilen gescannt. Ausnahme: sachorientierte Menschen, die zuerst die Kolonne mit dem Betreff mustern. Doch auch die wollen sofort wissen, wer ihnen Botschaften schickt wie:
SUBJECT | FROM |
Ja, ich will | Helmut |
Mittagessen? | edith_wucher@umsatzplus.de |
Änderung der Tagesordnung | o_erstarrvormir@umsatzplus.de |
Manche Bewerber machen sich dieses Rezeptionsverhalten zunutze und setzen Augenfänger ein:
traumkandidatin@germania.de
wunschbewerber@hotmail.com
marketing_frau@jova-nova.com
vertriebsingenieur@isp.com
Abgelehnt! Ich bin doch keine Marktschreier, schreibt jetzt sicher wieder ein Leser. Und mein eigener Einwand: Im Leben hat man nur seinen guten Namen. Diesen eigenen Namen würde ich unter allen Bewerberumständen propagieren und keinen nom de guerre. Was sagen Sie dazu? Kommentar an gwinkler@jova-nova.com
An wen geht die Mail?
Nicht nur Netzwerker wissen: Jede E-Mail Adresse ist eindeutig und reicht darum vollkommen aus. Hat man sich nicht vertippt, wird jede Mail zugestellt; stimmt etwas mit der Adresse nicht oder streikt der Mail Server des Adressaten, erhält man schneller als postwendend die Sendung zurück. - Solange das Netz hält, kommt eine Botschaft immer an. Die Frage ist natürlich, wo.
info@wunschfirma.de
Ihre Bewerbung landet bei jemanden, der sich eigentlich um die Web Site kümmern soll, sich aber lieber an Bewerbungsschreiben delektiert, bevor er sie löscht.
webmaster@wunschfirma.de
Eingegangene E-Mails bestätigen einem erfahrenen Web Master nur, dass das System funktioniert und deswegen etwas falsch läuft. Ihre E-Mail wird ignoriert.
mailservice@wunschfirma.de
Ihre Bewerbung landet bei einer Web-Agentur. Die sind fix und faxen die Mail plus Anlage gleich an die Wunschfirma. Bei der Wunschfirma schaut man sich Faxbewerbungen prinzipiell nicht an.
personal@wunschfirma.de
Die Entscheider@Wunschfirma bleiben anonym. Warum wurde die zuständige Person nicht namentlich angegeben? Ist sie sich zu schade dafür, E-Mail selbst zu öffnen? Überlegen Sie, ob Sie für eine Organisation arbeiten wollen, deren Verantwortliche im Dunklen bleiben.
Um operative oder strategische Entscheidungen zu fällen, braucht man eine Datenbasis. Ein Großteil der notwendigen Informationen zirkuliert im internen Netzwerk. Die meisten Führungskräfte wissen, was sie wissen müssen und checken ihre E-Mail. Auch Personaler.
Das bedeutet: Alle, die von außen kommen, können in einer vernetzten (und funktionierenden) Organisation jeden Entscheidungsträger persönlich erreichen. Besorgen Sie sich dessen E-Mail-Adresse!
Schicken Sie eine elektronische Bewerbung immer an eine Person, nie ins Blaue und nur mit Vorbehalt an eine Abteilung. Die besten Firmen Web Sites stellen Ihre Personalfachleute namentlich, oft sogar mit Bild vor. Sie können Bewerbungen oder Anfragen natürlich auch an Geschäftsführer oder an Abteilungsleiter richten:
Name_Personalverantwortlicher@wunschfirma.de
Name_Geschäftsführer@wunschfirma.de
Name_Projekt/Abteilungsleiter@wunschfirma.de
Bewerberpost an Personen, nicht an Abteilungen!
Die Cc- bzw. Bcc-Felder (copy carbon/blind copy carbon) verwenden Sie, wenn Sie ein und dieselbe Nachricht an verschiedene Empfänger verschicken - für Bewerbungszwecke also niemals. Bei Bcc bleibt der Verteiler unsichtbar.
Im Idealfall schreiben Sie Ihre Bewerber-Mail an eine Person, deren Namen Ihnen bekannt ist und die Sie natürlich auch namentlich anreden. Den Idealfall müssen Sie sich notfalls selber schaffen. Fehlen Ihnen die Daten, dann werden sie, so raten die Berater, kurzerhand besorgt. Entweder per E-Mail oder Anruf. Bewerber antworten: Wir haben es versucht, mit allen Tricks, doch man rückt die Mailadressen nicht raus! Googlen Sie dennoch weiter. Fragen Sie in Online-Gemeinschaften, ob jemand die Mailadresse weiß.
Halten Sie sich jedoch bei ausgeschriebenen Jobofferten immer an die vorgegebenen Bewerbungswege. Noch ist es für Arbeitgeber nicht (wie in den USA) eine Selbstverständlichkeit, ihre elektronische Adresse anzugeben. Sie selbst sollten allerdings Ihre E-Mail-Anschrift stets als bevorzugtes Kontaktmedium angegeben.
Betreff
Ein Betreff sagt, was Sache ist. Ihr Anliegen ist klar: Sie möchten eine Gesprächseinladung. Dennoch schreiben Sie nicht in die Betreffzeile
Warum es sich für Sie lohnt, mich anzurufen
Grund: Der Betreff ist kein Werbeinserat, sondern eine informationelle Serviceleistung. Empfänger von geschäftlicher Korrespondenz sind dankbar, wenn man die Bearbeitung erleichtert und das Thema hervorhebt. Eine sachgerechte Betreffzeile hilft, Korrespondenz schneller zu erledigen und abzulegen. Zuständig sind dafür Sie als Verfasser. Gehen Sie deswegen überlegt vor und führen Sie klugerweise noch mit auf, worauf sich Ihre Nachricht bezieht.
Bewerbungsempfänger richten Ablagesysteme ein oder suchen sich elektronische Bewerbungen über Abfragen heraus. Eingegangene Post schiebt man bei besseren Mail-Programmen aus der Inbox in selbstdefinierte Ordner. Wem Ordnung mehr Wahn als Hilfe ist, der kann dank der eingebauten Such- und Sortierfunktionen alles Gewünschte auch in einem einzigen Briefkasten schnell aufspüren und sich auflisten lassen. Der Begriff Bewerbung ist da ein naheliegendes Schlüsselwort, um innerhalb der Betreffzeile aus der Tages- oder Wochenpost die Job-Kandidaten herauszufiltern.
Bewerbung um die Stelle als Mitarbeiterin im Support
Bewerbung um die Stelle 'Grafik-Designerin'; Ihre Anzeige in MacUp 7/08
Bewerbung um die Position als Betriebsseelsorger; Ihre Anzeige in Beten & Arbeiten vom 24.12., Chiffre-Nr 558
Meine Klienten und Leser von Anders bewerben notieren im Betreff nur die angestrebte Position und gegebenenfalls die Kennzahl.
Bei der zeilenweisen Darstellung in der Inbox wird der Betreff kurzerhand abgeschnitten; Sie können als Absender absolut nicht beeinflussen, wo. Kleiner Bildschirm, große Schrift, ein Betriebssystem zum Abhärten und schon schrumpft die Betreffzeile zu
Bewerbung um die von Ihnen am 13.2. in der Morgenpost ausgeschriebene Po
Ihr sachgerechtes und formal richtiges Beschriften des Betreffs hat natürlich auch zur Folge, dass Ihre E-Mail sich ganz und gar nicht mehr abhebt. Landet Ihr Schreiben im Sammellager, dann bleibt es meist einige Zeit liegen. Dennoch gilt die Regel
im Betreff den Briefinhalt auf Schlagwörter reduzieren
Dies gilt auch für Initiativbewerbungen. Meist muss man ein wenig mehr Mut aufbringen, um sich aus freien Stücken zu bewerben. Warum nicht gleich noch ein wenig kühner werden:
Wer sorgt für Ihre Seelen? - Dr. phil. Arno Klamm!
Die Betreffzeile übernimmt hier dieselbe Funktion wie die Überschrift eines Stellengesuchs; man kann nur empfehlen, die wichtigsten Schlüsselqualifikationen als Augenfänger herauszustellen. Ich würde jedoch nicht all zu lange tüfteln. Falls Sie unbedingt ein witziger oder origineller Kopf werden wollen, üben Sie nicht an unschuldigen Betreffzeilen.
Bewerber, die gern den Betreff mit "betr.:" oder "Betreff:" beginnen, sollten über eine Zweitkarriere als Umstandskrämer nachdenken. Job-Sucher, die aus Mutlosigkeit die Betreffzeile nicht ausfüllen, verschicken ihre Mail mit dem unsichtbaren Betreff
Mir fällt ja gar nichts ein.
Doch das betrifft weder Sie noch mich. - Worauf wir fleißigen Mailmänner und -frauen noch achten sollten: Wenn durch Anwählen der Antwort-Funktion ein neues Eingabefenster aufpoppt, schreiben manche Mail-Programme in die neuen Betreffzeile den alten Betreff mit einem vorangestellten "Re:".
Re: Bewerbung um die Stelle als Sittenwächter
Das ist oft praktisch und zeitsparend, aber nicht immer sinnvoll. Mein Rat: Konzentrieren Sie sich auf Ihre Antwort, löschen Sie dann vor dem Abschicken die automatisch erstellte Betreffzeile komplett. Extrahieren Sie aus dem Briefinhalt eine neue, zutreffende.
Brieftext
Jede elektronische Mail erhält einen Datumsstempel; Sie brauchen kein Briefdatum einsetzen. Halten Sie den Textteil Ihrer Briefpost frei von allen Kinkerlitzchen. Die übliche Anrede, Briefinhalt, Schlussformel, falls erforderlich noch Anlagenvermerke, möglicherweise weitere Kommunikationsangaben - und fertig ist Ihr Anschreiben.
Wenn das so einfach wäre. Wie formuliert man wirkungsvoll - vor allem, wenn man selber gar nicht gern schreibt? - In der Not, abzuliefern, was von einem ordentlichen Anschreiben verlangt wird, neigen Bewerber dazu, vorgefundene und vorgefertigte Bausteinchen aneinander zu stifteln. Dabei hätte man allen Grund, um beredsam und überzeugend zu argumentieren. Schließlich beantwortet man ja eine interessante Frage. Sie lautet:
"Können Sie jemanden empfehlen, der in der Lage ist
[...]
zu leisten und der folgende Voraussetzungen mitbringt: [...]?"
Wenn Sie diese präzise Frage guten Gewissens mit 'ja' beantworten können und ohne Umschweife, ohne auszuweichen darauf eingehen, dann schreiben Sie auch eine gute Bewerbung.
Stellensuchende sind nicht allein. Der beste und ausführlichste Online-Ratgeber in deutscher Sprache befindet sich nicht zufällig auf dieser Web Site. Zur Lektüre in der Bahn, im Bett und im Straßencafe eignen sich meine Bücher und Handreichungen. Vergessen Sie bitte nicht, dass unsere Mitmenschen gern vom Äußeren auf das Innere, vom Erscheinungsbild auf die Person und von der Sprachkompetenz auf allgemeine Fähigkeiten schließen. - Deshalb nach dem Schreiben, vor dem Senden
aus dem Brieftext alle (!) Rechtschreib-/Syntaxfehler eliminieren
Selbst die Schwarzgürtel unter den Wortmeistern lassen ihre Texte von Dritten redigieren. Geben auch Sie Ihr Schreiben von der Produktion erst einmal zur Qualitätskontrolle.
Ach, Sie machen das ja doch nicht. Sie Sprachweltzerstörer! Was hält Sie davon ab, das Anschreiben auszudrucken und bei Tageslicht zu prüfen? E-Mail ist zwar ein flottes Medium, aber für eine derart wichtige Message ist Sorgsamkeit angesagt. - Wenn Sie partout niemanden finden, der Ihnen beim Korrekturlesen hilft, schicken Sie mir Ihr Anschreiben zu.
In E-Mail-Programmen integriert sind einfache Texteditoren. Der Fließtext wird automatisch umbrochen; wie er letztendlich vom Mailprogramm des Empfängers dargestellt wird, das hängt von der dort voreingestellten Zeilenlänge ab. In einfachen Worten: Zeilenschaltung nur betätigen, wenn tatsächlich ein neuer Absatz beginnen soll!
Aktuelle Mailprogramme haben absolut kein Problem damit, Umlaute und Sonderzeichen korrekt wiederzugeben. Anscheinend ist dies auch kaum ein Thema mehr. (Und sogleich trifft eine neue Mail ein von einer arbeitslosenpostdoc@yahoo.com: " ... nicht im LL erw‰hnen, da Sie v&Mac246;llig unbedeutend ....").
Ihre vollständigen Kommunikationsdaten Postanschrift, Telefon(e), Fax(e), E-Mail-Adresse, Homepage verzeichnet bereits der tabellarische Lebenslauf. Im elektronischen Anschreiben verweisen versierte Bewerber am Briefende, unterhalb des Anlagenvermerks, auf die besten Möglichkeiten der Kontaktaufnahme:
--
Dr. Bella Donna
bedonna@provider.net
1234 5678
Terrierweg 51
14195 Hundeville
*****************************
Wie auch immer man Sie kontaktiert - reagieren Sie umgehend. Insbesondere elektronische Postfächer sollten Sie öfter als einmal täglich leeren. Ein Anruf auf dem Antwortbeantworter kann durchaus ein Kandidatentest sein. An Ihnen liegt es zu beweisen, dass Sie ohne Zeitverzug, zuvorkommend und höflich auf Anfragen wie auf (Termin-) Wünsche reagieren.
Anlagen
Eine schriftliche Bewerbung ohne Lebenslauf ist wie ein Rad ohne Reifen: Kein Mensch fährt darauf ab. Attachments dürfen zwar einen bestimmten Umfang nicht überschreiten. Maximale Größe einer Mail am besten unter 5 MB, je nach Vorgaben des Netzadministrators bzw. des Service Providers.
Anlagen im PDF-Format versenden
Weit verbreitet auch im Office-Bereich ist das PDF-Format. Dafür gibt es kostenlos den Acrobat Reader bei www.adobe.com. Acrobat-Dateien sind plattformunabhängig, können Multimedia-Elemente aufweisen und behalten auch im Ausdruck alle typographischen Auszeichnungen.
Stellenanbieter sollten nicht die Adressaten Ihrer allerersten E-Mail-Versuche sein. Testbewerbungen würde ich vorab an vertrauenswürdige Leute schicken — einfach, um auszuprobieren, wie sie ankommen. Korrespondieren Sie häufig, versenden Sie öfter Text und Bilddateien, entwickeln Sie vor allem als Privatmensch eine Routine, damit Sie den leidigen technischen Aspekt in den Griff bekommen.
Sie können Ihr Dokument mit irgendeiner Word-kompatiblen Textverarbeitung gestalten, jeden guten Zeichensatz („Ha! Meta von FontShop! Legen Sie das mal neben Arial oder Times!") verwenden und sogar Bild, Ton, Video integrieren. Mit den entsprechenden Werkzeugen speichern Sie das Dokument im PDF-Format ab. Wer den kostenlosen Acrobat Reader bzw. das ebenfalls kostenlose Browser Plug-In installiert hat, kann Ihre Datei ansehen und in bestmöglicher Qualität ausdrucken. PDF-Dateien sind universal lesbar.
Tipps
Komplettieren Sie Ihre Ressourcen
Word-kompatible Textverarbeitung
neueste Version eines Browsers
komfortables E-Mail-Programm
Deutsches Wörterbuch (neue Rechtschreibung!)
(digital oder in Buchform)
Besorgen Sie sich eine persönliche und neutrale E-Mail-Adresse
Optimieren Sie Ihren tabellarischen Lebenslauf, machen Sie ihn fertig für den elektronischen Versand
Bereiten Sie Ihre Bewerbungsmappe vor
Lernen Sie den virtuellen Stellenmarkt kennen
Spüren Sie Ihre Ansprechpartner auf
Sie wenden sich nicht an Abteilungen sondern an Menschen
Sie brauchen Namen, Telefon, E-Mail
Benutzen Sie stets den vorgesehenen Bewerbungsweg
Visualisieren Sie, wie wichtig Ihnen der Adressat ist
Eliminieren Sie Tipp- und Flüchtigkeitsfehler, benutzen Sie die Rechtschreibprüfung in Word, lassen Sie Ihre Texte gegenlesen
Wie vermerke ich im Mail-Text, dass ich noch etwas mitschicke?
Überhaupt nicht. Vor allem nicht mit der Floskel „Näheres entnehmen Sie bitte meinem beigelegten Lebenslauf." Informieren Sie sich auf dieser Web Site, warum Sie mit solchen Sätzen floppen. In aller Kürze: 20 Zeilen sind zu kostbar, um sie mit öden Nullinfos wie einem Verweis zu vergeuden.
Kein Mail-Empfänger übersieht eine Anlage; es wird ja vom Mailprogramm deutlich signalisiert.
Welche Unterlagen soll ich überhaupt mitschicken?
Im Prinzip alles, was Sie einfach versenden können, was sich problemlos öffnen lässt und vor allem, was Ihrer Bewerbung nutzt. In der Praxis: Lebenslauf bei Initiativbewerbungen. Oder eben was der Stellenanbieter konkret verlangt. Gescannte Fotos, Zeugnisse werden Sie auf minimale Dateigröße bei maximaler Bildqualität optimieren – kein leichtes Geschäft. Wenn Sie sich das ersparen, verschicken Sie todsicher Horror-Pictures im Monsterformat.
Ich habe kein MS Word zur Verfügung.
Jede Textverarbeitung ist recht, sofern Sie damit Dateien in einem von Word lesbaren Format abspeichern können.
Schicken Sie mir Ihre Elektronische Bewerbermail noch bevor sie an den Stellenanbieter geht. Vielleicht habe ich gerade 5 freie Minuten; dann prüfe ich Ihren Text.
Schauen Sie sich noch ein wenig auf meiner Web Site um und eignen Sie sich an, was ein erfolgreicher Jobsucher wissen und können muss. Das kostet Sie nichts - außer ein wenig von Ihrer Zeit. Die Ihnen aber garantiert nicht lang wird. Schließlich schreibt für Sie
Ihr Bewerberberater
Gerhard Winkler
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Text zuletzt überarbeitet: Berlin, 21.02.2009.
Ich schreibe für den verständigen Leser. Halten Sie bitte auch mich auf dem Laufenden: über den Jobmarkt, über Ihre Bewerbungswege, Erfahrungen, Abenteuer und Erfolge. Was vermissen Sie auf jova.nova.com? Was sehen Sie anders? Ich freue mich über Ihr Feedback!
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