Ein Leser schreibt: "Ich bin gekündigt worden, nach nur fünfmonatiger Beschäftigung. Da ich in diesem Anstellungsverhältnis sehr unglücklich war, suche ich bereits länger eine neue Anstellung. Mein Chef hat dies mitgekriegt und mich daraufhin gekündigt. Nächste Woche habe ich zwei Bewerbungsgespräche. Ich bin mir leider nur unsicher, wie ich diesen Umstand im Gespräch verpacke. Können Sie mir einen Tipp geben?"
- Der Sachverhalt, den Sie schildern, kann durchaus wahr sein. Sie sind aber interessierte Partei, und warum sollte man ausgerechnet Ihnen glauben? Waren nur Sie allein in dieser Jobbeziehung unglücklich? War der Chef mit Ihnen zu Recht unzufrieden?
Für das Vorstellungsgespräch ist es ganz egal, ob an Ihrer Darstellung etwas dran ist. Sie können einfach nicht vom Jobanbieter verlangen, dass er sich Ihren Standpunkt zu eigen macht. Außerdem geben Sie ungefragt einen Irrtum zu, und falsche Entscheidungen lösen bei unseren rekrutierenden Mitmenschen meist keine emphatischen, sondern vorwurfsvolle Reaktionen aus. Haben Sie das denn nicht absehen können, dass Ihr Boss unmöglich ist?
Was bleibt Ihnen also übrig? Herausstreichen, was gut am Job, was prima am Chef war. Möglichst kein Wort der Kritik äußern. Am besten einen neutralen Grund für die Trennung angeben: Arbeitsplatzbeschreibung wurde massiv geändert, plötzliche betriebliche Schwierigkeiten ... Wenn der Chef fair ist, kann man nach Absprache mit ihm im Interview behaupten: "Ich habe gute Arbeit für ihn geleistet und er wird das jederzeit bestätigen."
24.07.2007; Text zuletzt überarbeitet: Berlin, 14.03.2009.
Ich schreibe für den verständigen Leser. Halten Sie bitte auch mich auf dem Laufenden: über den Jobmarkt, über Ihre Bewerbungswege, Erfahrungen, Abenteuer und Erfolge. Was vermissen Sie auf jova.nova.com? Was sehen Sie anders? Ich freue mich über Ihr Feedback!
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