Beschnüffelt – und für gut befunden?
"Ich hatte diese Woche ein 2.-Runde-Gespräch. Es hat mir recht gut gefallen, und ich denke, ich habe einigermaßen gute Chancen. Aber irgendwie sagt mein Bauchgefühl nicht ganz ja. Ich kann es nur nicht richtig festmachen. Haben Sie eine Art Checkliste mit Fragen, die man sich stellen sollte, um sicher herauszufinden: Das ist wirklich der richtige Job für mich?" (B.K.)
Hier ist Ihr Spickzettel. Bearbeiten Sie ihn möglichst bald nach Ihrem Vorstellungsgespräch. Falls Sie trotz eines nicht näher fassbaren Unbehagens einen Arbeitsvertrag unterschreiben, wird die dunkle Seite Ihres Bewusstseins stetig daran arbeiten, dass sich die Vorahnungen im Joballtag auch bestätigen. Unterschreiben Sie besser nicht, wenn Sie dem Arbeitgeber oder dem Job begründet misstrauen. Beachten Sie zugleich, dass Sie mit Ihrer Unterschrift einen notwendigen Vertrauensvorschuss verknüpfen.
Was nun? Job oder nicht Job? Lassen Sie sich nicht darauf ein. Oder lassen Sie sich ganz darauf ein. Stolpern Sie aber nicht in die Grätsche zwischen Bedenken und Gier nach dem Job.
Kurzzeitige, desaströse, von Anfang an zum Scheitern verurteilte Jobbeziehungen nagen am beruflichen Selbstbewusstsein und machen den Lebenslauf schwerer nachvollziehbar. Karriere ist ohne stabile Jobverhältnisse nicht wirklich möglich. Ihr Motto als Berufs- und Zukunftsplaner: Klar sehen, perfekt aussehen, Hindernisse vorhersehen. Finden Sie ihren eigenen Reim und prüfen Sie streng, ohne sich lange zu winden, bevor Sie sich an eine Firma binden.
CHECKLISTE NACH DEM JOBINTERVIEW
Wie sind Sie verblieben? Wurden Sie über die nächsten Schritte informiert? Wann und in welcher Form werden Sie vom Jobanbieter wieder hören? Manche entscheiden willkürlich irgendwann und nicht dann, wenn der festgelegte Zeitpunkt da ist. Solche Arbeitgeber, die sich um ein ordentliches Verfahren für die Personalauswahl drücken, führen später nach der Eingebung des Augenblicks und sie ersparen sich meist auch die Entwicklung und Förderung ihrer Mitarbeiter. Es ist nichts dagegen zu sagen, bei einem patron anzuheuern, außer, dass man unter ihm nichts zu sagen hat, dass man mit ihm so manches erlebt und dass man ihn, wenn überhaupt, nur mit Eselsgeduld erträgt.
November 2011; Text zuletzt überarbeitet: Berlin, 1.12.2011
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