„Manche Firmen wollen, dass man beschreibt, warum man sich für das Unternehmen und für den Bereich entschieden hat (Motivationsgründe). Muss man dies im Anschreiben noch mit einbringen?“
Auf den Berg will man, weil er nun mal da ist. Zu den Rolling Stones, weil sie bald nicht mehr da sind. In eine Firma will man, weil man da Geld verdient.
Sie fürchten aber, dass solch schlichte Wahrheiten einem Personaler, der nach Ihrer inneren Einstellung fragt, nicht genügen werden.
Bohrt ein Rekrutierer wirklich in Ihrer Gesinnung? Zerlegen wir die Frage nach der Motivation in ihre möglichen Bedeutungen und finden wir heraus, in welche Richtung Personaler denken:
Was Sie zu einen Jobanbieter führt, ob Hunger, Ehrgeiz, Lust am Verschieben weißer Ware oder der große Wunsch, ein Verkaufsteam zu verstärken, berührt nicht den Kern Ihres besonderen Werts für diesen einen Jobanbieter.
Der beste Hinweis darauf, was Sie für diese eine Organisation leisten möchten, ergibt sich daraus, was Sie bisher anderswo geleistet haben und wozu Ihre Lern- und Arbeitsleistungen Sie im Besonderen befähigen.
Warum Sie ausgerechnet zur Organisation A und nicht zum Unternehmen B wollen, brauchen Sie nicht zu erläutern. Sie werden alles unterlassen, das den Eindruck provoziert, dass Sie A gegen B ausspielen.
Als ernsthafter Bewerber schlagen Sie immer einen Deal vor. Rekrutierer sind ihrerseits Dealer des Humankapitals und als solche ausgebuffte Profis. (Falls nicht, gebieten Respekt und Klugheit, sie als solche zu behandeln.) Der Erwartungshorizont einem Deal gegenüber ist leicht ausmessbar. Darum mache ich als Bewerbungstexter den Jobanbietern vorrangig klar, was für sie bei diesem Deal herausspringt.
Was könnte Sie also besonders motivieren, sich als beruflicher Einsteiger oder Joberfahrener in eine ganz bestimmte Organisation einzufinden? Ein Anschreiben, das klar über die Stationen, Erfolge und Leistungen instruiert, liefert ja schon einmal die beste Entscheidungsvorlage, ob man aus der Sicht des Jobanbieters in einen Betrieb passt.
Vielleicht gibt es weitere triftige Gründe. Dann nennt man sie auch:
Doch Unternehmen in ritualisierter Form über den grünen Klee zu loben und dabei die PR-Aussagen der Firmenseite oder die Statements in Jobofferten zu wiederholen? Überlassen wir das den Schema-F-Bewerbern.
Mai 2007; Text zuletzt überarbeitet: Berlin, 24.02.2009.
Ich schreibe für den verständigen Leser. Halten Sie bitte auch mich auf dem Laufenden: über den Jobmarkt, über Ihre Bewerbungswege, Erfahrungen, Abenteuer und Erfolge. Was vermissen Sie auf jova.nova.com? Was sehen Sie anders? Ich freue mich über Ihr Feedback!
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